Zahnarztkosten: Was Sie zahlen und wie Sie sparen

Zahnarztkosten:

Was Sie zahlen und wie Sie sparen

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Die gesetzlichen Krankenkassen kommen lediglich für notwendige Behandlungen in der kostengünstigsten Variante auf, und selbst das nur teilweise. Was den Eigenanteil betrifft, kann es zu Preisunterschieden zwischen den Zahnärzten kommen.

Denn bei den Kosten für Zahnbehandlungen gibt es große Unterschiede in Deutschland. Zum einen, da Zahnärzte einen Spielraum bei der Preisgestaltung ihrer Ab­rech­nung haben und zum anderen, weil es große Unter­schiede bei den Material- und Labor­kosten gibt.

Hier erfahren Sie, wie Sie die Kosten senken können – beispielsweise mit einer Zahnzusatzversicherung.


Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
GOZDie Kosten für zahnärztliche Leistungen werden nach der Allgemeinen Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) bestimmt. Dazu wird der jeweilige Gebührensatz mit einem Steigerungsfaktor multipliziert.
SteigerungsfaktorMit dem Steigerungsfaktor werden Aufwand und Schwierigkeitsgrad einer Behandlung für den Zahnarzt bemessen. Er liegt zwischen 1,0 und 3,5 und erhöht entsprechend das Honorar des Zahnarztes. Nur in gut begründeten Fällen darf der Faktor über 3,5 liegen.
BEMADie in einem Verzeichnis festgehaltenen Bewertungsmaßstäbe (BEMA) geben an, wie hoch die Zahnarztkosten für eine bestimmte Leistung sind, die von der gesetzlichen Krankenkasse (teil-)finanziert wird.
FestzuschussDer Festzuschuss ist der Kostenanteil, den die Krankenkasse für eine zahnärztliche Leistung übernimmt. Er ist befundabhängig und kann durch ein regelmäßig geführtes Bonusheft noch um 20 bis 30 % erhöht werden.

Wie setzen sich die Kosten für den Zahnarzt zusammen?

Einerseits ist Ihr Zahnarzt auch ein Unternehmer und hat für seine Praxis verschiedene Ausgaben zu decken. Dazu gehören:

  • Personalkosten
  • Verwaltungskosten
  • Material- und Verbrauchsmaterialkosten
  • Laborkosten

Diese Faktoren fließen in das Zahnarzthonorar mit ein. Andererseits ist er für die medizinische Versorgung und Behandlung des Patienten zuständig, wodurch weitere Kosten für den Arbeitsaufwand entstehen. Die Kosten für den Zahnarzt setzen sich also aus den Material- und Laborkosten sowie dem zahnärztlichen Honorar zusammen.

Aus diesem Grund werden bei Versicherungen auch die Behandlungskosten getrennt von den Kosten für beispielsweise Ihren Zahnersatz und andere Materialien aufgeführt. Nehmen Sie eine Behandlung in Anspruch, die von Ihrer Krankenkasse bezuschusst wird, richten sich die Zahnarztkosten nach dem BEMA, dem Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen. Dieser legt den Maximalbetrag für die jeweilige Behandlung genau fest.

Anders verhält es sich bei Leistungen, die Sie selbst bezahlen müssen. Hier greift die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ), in deren Leistungskatalog jeweils der entsprechende Gebührensatz aufgeführt ist. Dieser wird aber noch mit einem Steigerungsfaktor von 1,0 bis 3,5 multipliziert, um Aufwand und Schwierigkeit der Behandlung zu honorieren. Zudem umfassen einige Gebührensätze nicht alle Materialkosten; diese werden dann noch einmal separat abgerechnet.

Hinweis

Bevor eine Behandlung mit Zahnersatz beginnt, muss der Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan (gesetzlich Versicherte) bzw. einen Kostenvoranschlag (privat Versicherte) erstellen. Der Zahnarzt oder der Patient reicht den Plan bei der Kranken­kasse ein, am besten inklusive Bonus­heft. Die Kasse prüft, ob die Voraussetzungen für einen Kassen­zuschuss erfüllt sind und setzt den Fest­zuschuss fest. Daraus ergibt sich dann der Eigen­anteil des Patienten.


Welche Zahnarztkosten übernimmt die Krankenkasse?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt Zahnarztkosten für grundlegende Behandlungen wie die regelmäßige Zahnvorsorge, Karies- und Parodontose-Behandlungen sowie die minimal notwendigen Leistungen für Zahnersatz. Die Höhe des Festzuschusses wird anhand des Befunds ermittelt. Dieser entspricht in der Regel 50 % der zu entrichtenden Kosten. Führen Sie regelmäßig Ihr Bonusheft über die jährlichen Vorsorge­unter­suchungen, erhöhen sich die 50 % Festzuschuss nach fünf Jahren nochmals um 20 % und nach zehn Jahren um 30 %, also auf 60 bzw. 65 %.

Hinweis

Wenn Sie Geringverdiener sind oder Hartz IV empfangen, können Sie einen Härtefallantrag stellen. Dann übernimmt die Krankenkasse einen größeren Teil – in der Regel kommt sie sogar für die gesamten Kosten auf, da sich der Festzuschuss in diesem Fall verdoppelt. Welche Leistungen die Krankenkasse genau bezahlt, hängt von der gewünschten Versorgungsart ab. Auch, ob Sie gegen die normalerweise verwendeten Materialien allergisch sind oder welche Zähne betroffen sind, spielt eine Rolle. Zu unterscheiden ist zwischen folgenden drei Versorgungsarten: Regelversorgung, gleichartige Versorgung, andersartige Versorgung.

Regelversorgung

Der Begriff Regelversorgung umfasst alle definitiv notwendigen, zahnärztlichen Leistungen in ihrer Grundform. Diese bezuschusst die gesetzliche Krankenkasse, sofern Sie und Ihr Zahnarzt sich für das günstigste Verfahren und Material entschieden haben. Bei Füllungen und Zahnersatz sind das beispielsweise die weniger kostenintensiven, aber auch weniger ästhetischen Materialien Amalgam oder Metall. Nur im Frontzahnbereich kommt zum Beispiel zahnfarbener Kunststoff zum Einsatz. Bei hochwertigeren und ansehnlicheren Materialien wie Keramik, aber auch fortschrittlicheren Behandlungsverfahren wie Inlays oder Zahnimplantaten übernimmt die Krankenkasse nur den Festzuschuss.

Gleichartige Versorgung

Wenn Sie zwar die vorgesehene Regelversorgung, aber eine hochwertigere Variante davon wünschen, handelt es sich um eine gleichartige Versorgung. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Sie eine Zahnbrücke im Seitenzahnbereich benötigen. Eine Verblendung in der Farbe Ihrer Zähne zahlt die Krankenkasse nur im Frontzahnbereich. Wenn Sie aber eine Vollverblendung Ihrer Seitenzahnbrücke möchten, müssen Sie die Mehrkosten übernehmen. Auch für andere Materialien wie Keramik zahlen Sie. Dennoch erhalten Sie den für die Regelversorgung vorgesehenen Festzuschuss für die Zahnarztkosten von Ihrer Krankenkasse.

Andersartige Versorgung

Eine andersartige Versorgung liegt vor, wenn Sie eine Leistung in Anspruch nehmen wollen, die gänzlich anders ist, als die Regelversorgung es vorsieht. Benötigen Sie einen Zahnersatz, zahlt die gesetzliche Krankenkasse beispielsweise nur für Brücken und Kronen. Wenn Sie sich nun aber für eine modernere Variante wie ein Zahnimplantat entscheiden, handelt es sich um eine andersartige Versorgung und Sie tragen die Kosten selbst.


Wie hoch ist der Eigenanteil?

Wie viel Ihrer Zahnarztkosten Sie selbst tragen, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Erhalten Sie für Ihre Behandlung einen Festzuschuss, müssen Sie den restlichen Anteil zahlen. Geringer wird dieser beispielsweise, wenn Sie durch Ihr Bonusheft oder einen Härtefallantrag einen höheren Zuschuss erhalten. Aber auch eine Zahnzusatzversicherung kommt für weite Teile oder sogar die Gesamtkosten auf. Einen solchen Schutz zu haben, ist vor allem bei andersartigen Versorgungsleistungen von Vorteil. Denn dafür erhalten Sie keine Zuschüsse. Zudem können sich die Preise regional und praxisabhängig unterscheiden. Daher lohnt es sich, verschiedene Angebote zu vergleichen und zu überprüfen, ob Ihr Zahnarzt zu teuer ist.


Zahnarztkosten im Überblick

Die Zahnarztkosten für die gleiche Leistung können je nach Zahnarzt unterschiedlich sein. Das hängt zum einen damit zusammen, in welcher Region der Arzt praktiziert, wo er seine Materialien bestellt und wie hoch die Laborkosten sind. Zum anderen kommt es darauf an, welche Versorgungsart Sie erhalten und ob GOZ oder BEMA für die Gebührenbestimmung zuständig sind. Hier können Sie sich einen Überblick über die geschätzten Kosten für verschiedene Leistungen verschaffen:

Leistung
Geschätzte Kosten
Professionelle Zahnreinigung40 bis 140 €
Bleaching150 bis 400 €
Zahnkronen300 bis 1.200 €
Zahnbrücken300 bis 4.300 €
Zahnimplantate1.000 bis 15.000 €
Zahnprothesen900 bis 20.000 €

Zahnarztkosten: Zahlen Sie zu viel?

Die Krankenkassen kommen nur für die notwendigsten Behandlungen in der kostengünstigsten Variante auf, und selbst das nur teilweise. Daher müssen Sie oftmals einen großen Teil der Zahnarztkosten selbst tragen. Dabei besteht die Gefahr, dass Sie zu viel zahlen. Denn bei den Kosten für Zahnbehandlungen gibt es große Unterschiede. Zum einen, da Zahnärzte einen Spielraum bei der Preisgestaltung ihrer Ab­rech­nung haben und zum anderen, weil es große Unter­schiede bei den Material- und Labor­kosten gibt. Ob Ihr Zahnarzt zu teuer ist, finden Sie heraus, indem Sie sich eine zweite Meinung einholen. Geht es um einen teuren Zahnersatz, ist auch eine dritte Meinung sinnvoll. Lassen Sie sich von jedem Zahnarzt einen Kostenvoranschlag erstellen und vergleichen Sie die Preise. Ein Zahnarztwechsel ist in der Regel problemlos möglich – es sei denn, es handelt sich um Nachbesserungen eines bereits bestehenden Zahnersatzes während der Gewährleistungspflicht. Wer sicher gehen möchte, lässt sich den Wechsel einfach von seiner Krankenkasse bestätigen.


So sparen Sie Zahnarztkosten

Hohe Zuzahlungen lassen sich nicht immer vermeiden, aber zumindest senken. Dafür gibt es verschiedene Methoden:

  • Führen Sie regelmäßig Ihr Bonusheft, um einen höheren Festzuschuss von der Krankenkasse zu erhalten.
  • Vergleichen Sie Preise und holen Sie sich gegebenenfalls eine zweite Meinung ein.
  • Schließen Sie eine Zahnzusatzversicherung ab.

Bonusheft

Gehen Sie regelmäßig zur zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung, belohnt Ihre Krankenkasse Sie. Dafür sollten Sie mindestens einmal im Jahr einen Termin beim Zahnarzt wahrnehmen. In Ihrem Bonusheft vermerkt dieser, dass und wann Sie dort waren. Nach fünf Jahren regelmäßiger Vorsorge erhalten Sie eine Erhöhung des Festzuschusses um 20 %, nach zehn Jahren um 30 %. Die Krankenkasse übernimmt also mehr von Ihren Zahnarztkosten. Außerdem kommt es durch die regelmäßigen Untersuchungen oft gar nicht erst zu gravierenden Zahnschäden, was Ihnen ebenfalls Kosten erspart.

Hinweis

Um den Bonus zu erhalten, müssen Sie mindestens fünf Jahre hintereinander zur Vorsorge gegangen sein. Sobald Sie ein Jahr versäumen, müssen Sie von neuem beginnen und die Vorjahre verfallen.

Preisvergleich

Wie bereits erwähnt, können die Kosten für den Zahnarzt von Praxis zu Praxis stark variieren. Holen Sie sich deshalb eine Zweit- und gegebenenfalls eine Drittmeinung von anderen Medizinern ein, um herauszufinden, ob Ihr Zahnarzt zu teuer ist. Sie können auch Ihre Freunde fragen oder sich in Vergleichsportalen umsehen, um eine günstigere Alternative zu finden. Wenn nötig, wechseln Sie Ihren Zahnarzt mit Zustimmung Ihrer Krankenkasse und lassen Sie sich günstiger behandeln.

Zahnzusatzversicherung

Die ideale Möglichkeit, Zahnarztkosten zu sparen, ist eine Zahnzusatzversicherung. Je nach Police übernimmt diese meist 70 bis 90 % der Behandlungskosten. Die Kosten für einen Zahnersatz, auch aus teureren Materialien, sind über eine Zahnzusatzversicherung ebenfalls gedeckt. In den meisten Fällen wird dafür über die ersten Jahre hinweg eine Zahnstaffel angewendet. Das bedeutet, der maximale Betrag, den die Versicherung für Zahnersatz übernimmt, erhöht sich jährlich, sofern Sie ihn nicht ausgeschöpft haben, bis nach einigen Jahren sämtliche Kosten unbegrenzt übernommen werden.

Beispiel

Die von CosmosDirekt angebotene Zahnzusatzversicherung übernimmt für Sie nach Zahnstaffel in den ersten Jahren folgende Höchstbeträge:

Basis-Tarif
Comfort-Tarif
1. Jahr max. 500 €1. Jahr max. 1.000 €
2. Jahr max. 1.000 €2. Jahr max. 2.000 €
3. Jahr max. 1.500 €3. Jahr max. 3.000 €
4. Jahr max. 2.000 €4. Jahr max. 4.000 €
5. Jahr max. 2.500 €5. Jahr max. 5.000 €
Ab dem 6. Jahr unbe­grenztAb dem 6. Jahr unbe­grenzt
  • Bei unfallbedingter zahnärztlicher Behandlung entfallen diese Grenzen für die Leistungen komplett.

Am besten schließen Sie Ihre Zahnzusatzversicherung also so früh wie möglich ab, um Ihre Zahnarztkosten zukünftig deutlich zu senken. Das ist vor allem sinnvoll, bevor bereits Zahnprobleme und -erkrankungen absehbar sind. Aber auch, wenn Sie einen Sport machen, der ein hohes Verletzungsrisiko birgt, lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung.


Fazit

Die Kosten für den Zahnarzt hängen von verschiedenen Faktoren ab. Sie setzen sich zusammen aus den Honorarkosten für den Arzt sowie den Material- und Laborkosten. Dabei spielt außerdem eine Rolle, ob die jeweilige Leistung von der Krankenkasse bezuschusst wird oder Sie die Kosten selbst tragen. Für die Leistungen der Krankenkasse gelten die BEMA-Gebühren, während die übrigen Leistungen nach der GOZ berechnet werden.

Auch mit dem Festzuschuss von der Krankenkasse wird in der Regel ein Eigenanteil fällig – es sei denn, es handelt sich um einen Härtefall. Durch die regelmäßige Führung Ihres Bonusheftes können Sie den Zuschuss ebenfalls erhöhen. Viele Behandlungsmethoden oder Zahnersatzmaterialien fallen allerdings nicht in den Zuständigkeitsbereich der gesetzlichen Krankenkasse. Die Zahnarztkosten für diese Leistungen variieren zum Teil sehr stark. Deshalb sollten Sie prüfen, ob Ihr Zahnarzt zu teuer ist oder zu den günstigeren gehört. Weiter senken können Sie die Kosten beispielsweise mit der Zahnzusatzversicherung. Diese übernimmt die Kosten für Zahnersatz ab dem sechsten Vertragsjahr sogar unbegrenzt.


Zahnzusatzversicherung

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