Ist eine private Altersvorsorge sinnvoll?

Darauf solltest Du achten

Da du weit weniger staatliche Rente bekommst, als du während deiner Erwerbstätigkeit als Gehalt zur Verfügung hattest, ist es wichtig mit einer privaten Altersvorsorge zusätzlich vorzusorgen. So musst du auch im Rentenalter nicht auf den gewohnten Lebensstandard verzichten und minimierst die Versorgungslücke.

Der Ratgeber bietet allgemeine Informationen zur privaten Alters­vorsorge. Produktdetails zur Flexiblen Vorsorge findest du hier.

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Die Verän­de­rungen am Arbeits­markt

Der demo­gra­fi­sche Wandel

Steigende Lebenserwartung und sinkende Geburtenraten sorgen dafür, dass immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssen. Waren es 1960 noch zwölf Betragszahler für drei Rentner, so waren es 2010 nur noch sieben Beitragszahler. Bleibt es bei dieser Tendenz, so werden es 2030 nur noch fünf Beitragszahler sein. Tendenz weiter fallend.

Verän­derte Arbeits­welt

Eine lückenlose Beschäftigungshistorie ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Ein 40jähriges Betriebsjubiläum wird für jüngere Generationen immer unwahrscheinlicher. Aber auch längere Arbeitslosigkeit oder Selbstständigkeit sind keine Seltenheit und führen dazu, dass es Zeiten gibt, in denen keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden.

Auch bei vielen Frauen kommt es nach der Geburt eines Kindes zu längeren Pausen in der Erwerbstätigkeit. Wird im Anschluss daran keine gleichwertige oder gar keine Beschäftigung mehr aufgenommen, sind fehlende Beitragszeiten und eine geringere Rente die Folge.

Sinkende staat­liche Rente

Das Rentenniveau bezeichnet das Verhältnis zwischen einer Standardrente und dem Durchschnittseinkommen der Erwerbstätigen im selben Jahr. Dieser Wert sinkt in Deutschland seit Jahren. Lag das Niveau der Rente „netto vor Steuern“ im Jahr 1990 noch bei etwa 55 %, beträgt es im Jahr 2014 nur noch 48 %. Für das Jahr 2030 ist ein Absinken auf etwa 43 % prognostiziert.* Das bedeutet, dass gerade jüngere Generationen im Alter weniger staatliche Rente erhalten werden als ein Rentner heute. Durch den demografischen Wandel ist hier auch keine Veränderung zu erwarten.

Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen / Deutsche Rentenversicherung Bund.

Die Versor­gungs­lücke besteht

Aufgrund der Veränderung der Rentensituation durch z.B. den demografischen Wandel ist es sicher, dass du weit weniger staatliche Rente bekommst, als du während deiner Erwerbstätigkeit als Gehalt zur Verfügung hast. Es fehlt dir somit Geld, das du vor deinem Renteneintritt hast und die Versorgungslücke ist da. Das bedeutet, dass du ohne eine private Vorsorge beim Renteneintritt höchstwahrscheinlich auf deinen gewohnten Lebensstandard verzichtest bzw. Abstriche machen musst. Das sollte dir schon während deiner Arbeitszeit klar sein.

Vor der Rente privat vorsorgen

Es macht also Sinn, währenddessen du noch verdienst, einen Teil deines Gehalts für deine Altersvorsorge zurückzulegen und deine gesetzliche Rente durch eine private Vorsorge zu ergänzen. So kannst du bei einem längerem Zeitraum auch mit kleinen Sparbeiträgen deine Versorgungslücke minimieren.

Für die private Altersvorsorge gibt es zahlreiche Möglichkeiten und es fällt oft schwer, eine Entscheidung zu treffen. Damit du den Aufbau einer soliden Altersvorsorge leichter überblicken kannst, hier ein kurzer Überblick. In Deutschland spricht man im Zusammenhang von der Altersvorsorge meist vom sogenannten Drei-Schichten-Modell. Dieses Modell besagt, dass eine Altersvorsorge in drei Schichten untergliedert ist.

Das Drei-Schichten-Modell

1. Schicht: Basisversorgung

Durch die gesetzliche Rentenversicherung ist nur ein Teil deines späteren Bedarfs abgedeckt. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung und den berufsständischen Versorgungseinrichtungen zählt auch die freiwillige Basisrente (Rürup-Rente) dazu. Während der Beitragszahlung sind die Beiträge stufenweise steuerfrei, während der Rentenzahlung sind die Zahlungen allerdings steuerpflichtig (bis zu 100 %).

2. Schicht: Zusatzversorgung

Um deine Versorgungslücke weiter zu schließen, bieten einige Unternehmen ihrem Arbeitnehmern eine betriebliche Altersvorsorge an. Zudem zählt auch die Riester-Rente zur Zusatzversorgung. Die Zusatzversorgung ist durch staatliche Zulagen bzw. Steuervorteile in der Beitragsphase begünstigt. Während der Rentenzahlung gilt die volle Steuerpflicht auf alle Zahlungen.

3. Schicht: Kapitalanlage

Um deinen Lebensstandard im Alter zu halten, solltest du die Ver­sorgungs­lücke mit einem Kapital­anlage­produkt komplett schließen - zum Beispiel mit einer Renten­versicherung. Im Gegensatz zu den anderen beiden Schichten bestehen hier in der Regel keine staatlichen Förderungen. Bei vielen Produkten sind allerdings steuerlich begünstigte Varianten möglich.

Gehe am besten die Schichten durch und prüfe, was du bereits getan hast und wo du noch etwas tun könntest.

Früh einsteigen lohnt sich

Je früher du mit der privaten Altersvorsorge starten, desto besser. Denn so kannst du den Zinseszinseffekt optimal für dich nutzen und müssen tatsächlich weniger Geld aufwenden, um am Ende der Einzahlungszeit auf eine hohe Summe zu kommen. Steigst du später ein, muss hingegen weit mehr eingezahlt werden, um die gleiche Summe zu erreichen. Dennoch ist klar: Für die Altersvorsorge ist es nie zu spät. Auch wer im fortgeschrittenen Alter einsteigt, tut in diesem Moment genau das Richtige.

Fazit zum Thema sinnvolle private Altersvorsorge

Die private Altersvorsorge ist wichtig, da Veränderungen am Arbeitsmarkt die gesetzliche Rente schmälern. Dadurch entsteht eine Versorgungslücke, die dich im Alter hart treffen kann. Nur durch eine private Vorsorge kannst du deine persönliche Versorgungslücke schließen und im Alter deinen heutigen Lebensstandard sichern.

Alles wichtige zur Rentenberechnung erfährst du im Ratgeber Die Rentenberechnung verstehen.

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