Wurzelbehandlung

Die Wurzelbehandlung:

Wann ist sie notwendig und welche Kosten verursacht sie?

Die Ratgeber bieten allgemeine Informationen. Produktdetails von CosmosDirekt finden Sie auf den jeweiligen Produktseiten.

In den meisten Fällen führt ein starker Kariesbefall dazu, dass eine Wurzel­be­handlung unabdingbar wird. Aber auch andere Vorfälle können eine Wurzel­be­handlung notwendig machen. Im Jahr 2014 wurde dieser zahnmedizinische Eingriff 7,1 Millionen Mal über die deutschen Krankenkassen abgerechnet. Das ist allerdings nicht immer möglich.

In diesem Ratgeberartikel erklärt CosmosDirekt, wann die Behandlung der Zahnwurzel erforderlich ist und wie die Behandlung vorgenommen wird. Zudem erfahren Sie mehr über die möglichen Kosten einer Wurzel­be­handlung und wie eine Zahnzusatzversicherung diese senken kann.


Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
Endodontischer EingriffBehandlung des Zahninneren
ZahnersatzAls festsitzender Zahnersatz werden beispielsweise Kronen, Teilkronen und Brücken bezeichnet.
Gemeinsamer Bundesausschuss (GBA)Das höchste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern und Krankenkassen.
Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)Die Verordnung bestimmt die Vergütung zahnärztlicher Leistungen für Privatversicherte sowie die Abrechnungshöhe für Behandlungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen werden.

Wann ist eine Wurzelbehandlung notwendig?

Fachlich korrekt wird die Wurzelbehandlung als Wurzelkanalbehandlung bezeichnet. Ziel der Behandlung ist die Erhaltung eines Zahns, dessen Nerv entzündet oder bereits abgestorben ist. Zu diesem Zweck entfernt der Zahnarzt das entzündete oder abgestorbene Gewebe, bereitet die Wurzelkanäle auf und verschließt diese mit einem sterilen Material. Je nach Defekt folgt im Anschluss die Versorgung des Zahns mit einer Füllung, Teil- oder Vollkrone. Nach der Behandlung wird der Zahn zwar nicht mehr durchblutet, kann aber in der Zahnreihe erhalten bleiben.

Eine Wurzelkanalbehandlung wird meist bei folgenden Diagnosen empfohlen:

  • Bei bis zum Zahnnerv reichender Karies, die eine Entzündung verursacht
  • Bei einer Schädigung des Zahns bzw. Zahnnervs, z. B. nach einem Unfall
  • Als vorbeugende Maßnahme, wenn bei einer Überkronung viel Zahnsubstanz verloren geht, sodass der Nerv freiliegen würde.
Hinweis

Natürlich entscheiden Sie selbst, ob Sie eine Wurzelbehandlung durchführen lassen möchten. Entscheiden Sie sich gegen die Behandlung, muss der Zahnarzt den betroffenen Zahn entfernen. In diesem Fall wird ggf. Zahnersatz notwendig.

Vorteile einer Wurzelbehandlung

  • Der Zahn bleibt an seinem Platz im Kiefer erhalten.
  • Es ist kein Zahnersatz notwendig.
  • Benötigen benachbarte Zähne eine Brücke, kann der behandelte Zahn dafür verwendet werden.

Wurzelbehandlung: Was passiert bei dem medizinischen Eingriff?

Die Wurzelkanalbehandlung ist ein aufwendiger endodontischer Eingriff, der in mehreren Schritten erfolgt:

  1. Vorbereitung: Zu Beginn der Behandlung betäubt der Zahnarzt den betroffenen Zahn. In der Regel handelt es sich dabei um eine örtliche Betäubung. Im Anschluss wird der Zahn durch einen sogenannten Kofferdamm vom Rest der Mundhöhle isoliert. Das ist ein Gummituch, das das Eindringen von Bakterien während der Behandlung verhindert.
  2. Zugang: Der Zahnarzt legt in der Kaufläche des Zahns eine Öffnung an, durch die die weitere Behandlung erfolgt.
  3. Wurzelkanalpräparation: Im Rahmen der Präparation führt der Arzt biegsame Feilen unterschiedlicher Größe in die Wurzelkanäle ein und entfernt das entzündete bzw. abgestorbene Gewebe. Damit die Kanäle groß genug für die spätere Füllung sind, weitet er sie dabei etwas.
  4. Desinfektion: Während und nach der Wurzelbehandlung wird das Wurzelkanalsystem gründlich desinfiziert, um eine erneute Infektion zu verhindern. Nur ein keimfreier Zahn kann mit einer Füllung verschlossen werden.
  5. Wurzelkanalfüllung: Der Zahnarzt versiegelt das Wurzelkanalsystem mit einem biokompatiblen Füllmaterial. Im Anschluss wird der Zugang in der Kaufläche mit einer Kunststofffüllung verschlossen. Bei einem größeren Verlust von Zahnsubstanz ermöglicht ein in den Zahn eingesetzter Wurzelstift die sichere Befestigung der Füllung. Unter Umständen ist eine Zahnkrone eine gute Alternative, um dem Zahn langfristig mehr Stabilität zu geben.

Um einen kontrollierten Behandlungsverlauf zu gewährleisten, sind vor, während und nach der Behandlung Röntgenaufnahmen notwendig. So erkennt der Zahnarzt beispielsweise, wie lang der Wurzelkanal ist und wie tief er ihn füllen muss.

Wie lange dauert eine Wurzelkanalbehandlung?

Die Dauer der Behandlung und die Anzahl der dafür benötigten Termine können sehr unterschiedlich ausfallen. Unter anderem ist die Behandlungsdauer von der Beschaffenheit der Wurzelkanäle abhängig. Sind die Wurzelkanäle stark gebogen oder verzweigt, erschwert dies den Eingriff. Auch die Anzahl der Wurzelkanäle variiert. Während Vorder- und Eckzähne je einen Kanal besitzen, haben Backenzähne ein bis vier Wurzelkanäle.

Gibt es Risiken bei der Wurzelbehandlung?

Wie bei jeder Behandlung können auch bei einer Wurzelkanalbehandlung Komplikationen auftreten. Laut der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung liegen die Erfolgschancen bei einer unkomplizierten Erstbehandlung jedoch bei bis zu 95 Prozent. Bei komplizierteren Fällen und bei erneuten Wurzelbehandlungen liegt die Erfolgsquote noch bei über 80 Prozent. Auch hier ist die Beschaffenheit der Wurzelkanäle ein großer Einflussfaktor. Mögliche Risiken bei einer Wurzelbehandlung:

  • Wurzelkanalrevision: Gelingt eine ausreichende Reinigung der Wurzelkanäle aufgrund einer starken Krümmung oder Verzweigung nicht oder werden Wurzelkanäle übersehen, können Bakterien zurückbleiben und eine erneute Entzündung hervorrufen. Auch wenn Bakterien durch eine undichte Stelle in der Wurzelfüllung eindringen, kann sich eine Entzündung entwickeln. In diesem Fall ist eine Wurzelkanalrevision notwendig. Dabei entfernt der Zahnarzt die Wurzelfüllung, reinigt das Wurzelsystem erneut und fertigt eine neue Füllung an.
  • Wurzelspitzenresektion: Zeigt die Wurzelkanalrevision keine Wirkung, entfernt der Zahnarzt im Rahmen einer Wurzelspitzenresektion die Spitze der entzündeten Zahnwurzel und das entzündete Gewebe.
  • Extraktion: Sind Wurzelkanalrevision und Wurzelspitzenresektion nicht erfolgreich, muss der Zahn entfernt werden.

Kosten für eine Wurzelbehandlung

Die Kosten für eine Wurzelbehandlung variieren je nach Aufwand. Das bedeutet: Haben Sie Zähne mit gebogenen oder stark verzweigten Wurzelkanälen, ist die Wurzelkanalbehandlung teurer als bei unkomplizierten Behandlungen. Da Backenzähne mehr Wurzelkanäle haben als Vorder- und Eckzähne, ist auch ihre Behandlung teurer. Die Kosten werden aber übernommen, wenn Ihr Arzt den betroffenen Zahn als erhaltungswürdig einstuft und die Behandlung gute Erfolgschancen hat.

Gemäß den Richtlinien für die zahnärztliche Behandlung des Gemeinsamen Bundesausschusses ist dies gegeben, wenn die Wurzelkanäle bis bzw. fast bis zu den Wurzelspitzen präpariert und gefüllt werden können. Eine Wurzelbehandlung von Backzähnen (Molaren) kann Ihr Zahnarzt nur unter bestimmten Bedingungen über die Krankenkasse abrechnen:

  • Wenn eine geschlossene Zahnreihe erhalten bleiben kann. In diesem Fall sind vom betroffenen Zahn bis zur Kiefermitte alle Zähne vorhanden, Lücken wurden bereits mit einem Zahnimplantat geschlossen.
  • Wenn eine einseitige Freiendsituation verhindert wird, die Zahnreihe also nicht nach hinten verkürzt wird.
  • Wenn durch die Behandlung funktionstüchtiger Zahnersatz erhalten werden kann.
Hinweis

Stuft Ihr Zahnarzt den betroffenen Zahn nicht als erhaltungswürdig ein oder sind die Erfolgschancen der Behandlung unklar, wird eine Wurzelkanalbehandlung nicht übernommen. In diesem Fall ist eine Extraktion als Kassenleistung vorgesehen. Sie können natürlich trotzdem eine Wurzelbehandlung durchführen lassen. Die Kosten von bis zu 1.000 Euro müssen Sie dann jedoch komplett selbst tragen.

Welche Kosten einer Wurzelbehandlung sind selbst zu zahlen?

Auch wenn die Krankenkasse die Kosten für Ihre Wurzelbehandlung übernimmt, kommt sie nicht grundsätzlich für alle Leistungen auf. Nehmen Sie etwa bestimmte Methoden für die Reinigung und Desinfektion sowie die Längenbestimmung der Wurzelkanäle in Anspruch, werden diese nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abgerechnet. Auch die Verwendung eines Operationsmikroskops gehört nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Die Kosten müssen Sie als Eigenanteil privat bezahlen.

Tipp

Der Zahnarzt muss Sie vor der Behandlung über die Kosten aufklären. Insbesondere, wenn die Kosten für eine Behandlung nicht von der Krankenkasse übernommen werden, sollten Sie einen Kostenvoranschlag von Ihrem Zahnarzt einholen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine erneute Wurzelbehandlung?

Benötigen Sie eine Wurzelkanalrevision? Auch wenn Ihre Krankenkasse die Kosten für die erste Wurzelkanalbehandlung übernommen hat, muss dies bei der erneuten Behandlung nicht der Fall sein. Die Wurzelkanalrevision gilt nur dann als Kassenleistung, wenn auf dem Röntgenbild nachweisbar ist, dass die Wurzelkanalfüllung nicht randständig oder undicht ist. Zudem müssen die gleichen Voraussetzungen erfüllt werden, wie bei der Kostenübernahme von Wurzelbehandlungen an Molaren: Die Behandlung muss also entweder dem Erhalt einer geschlossenen Zahnreihe dienen, eine einseitige Freiendsituation verhindern oder einen funktionstüchtigen Zahnersatz erhalten.


Greift eine Zahnzusatzversicherung bei einer Wurzelbehandlung?

Sie möchten einen Zahn erhalten, den Ihr Zahnarzt als nicht erhaltungswürdig einstuft, oder Sie wollen besondere Behandlungsmethoden in Anspruch nehmen, die die Krankenkasse nicht übernimmt? Damit Sie die Gesamtkosten der Behandlung bzw. die zusätzlichen Kosten für spezielle Methoden und Instrumente nicht privat tragen müssen, können Sie eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass Sie den richtigen Tarif für Ihre Bedürfnisse finden. Denn während die Kosten für einen Zahnersatz oder die Behandlung meist fester Teil der Leistungen einer Zahnzusatzversicherung sind, gehören Wurzelbehandlungen nicht immer dazu.

Der von CosmosDirekt angebotene Comfort-Schutz-Tarif greift hingegen auch bei einer Wurzelbehandlung. Zudem bietet diese Zahn­zusatz­versicherung auch Leistungen bei Parodontose­behandlungen.


Fazit

Ziel einer Wurzelbehandlung ist es, einen Zahn zu erhalten, dessen Nerv entzündet oder bereits abgestorben ist. Hauptursache dafür ist der Befall mit Karies. Die Kosten für eine Wurzelkanalbehandlung werden allerdings nur unter gewissen Voraussetzungen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Besonders wichtig: Der Zahn muss von dem behandelnden Arzt als erhaltungswürdig eingestuft werden – die Erfolgschancen der Behandlung müssen ausreichend hoch sein. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie die Kosten für eine Wurzelbehandlung selbst tragen. Dies kann mitunter teuer werden. Je komplexer die Behandlung ist, desto höher sind die Kosten. Auch bestimmte Behandlungsmethoden und -instrumente werden über die Gebührenordnung für Zahnärzte privat abgerechnet.

Möchten Sie einen Zahn erhalten, der als nicht erhaltungswürdig eingestuft wurde oder bei dem der Behandlungserfolg unsicher ist, müssen Sie die Behandlungskosten privat tragen. Je nach Aufwand können dabei Kosten von bis zu 1.000 Euro pro Zahn entstehen. Muss der behandelte Zahn im Anschluss mit einer Teil- oder Vollkrone versorgt werden, entstehen weitere Kosten. Möchten Sie hohe Behandlungskosten im Fall einer Wurzel­be­handlung vermeiden, ist eine zusätzliche Versicherung empfehlenswert. Wichtig: Achten Sie bei der Tarifwahl auf den Leistungsumfang. Nicht immer werden Wurzel­kanal­behandlungen von einer Zahnzusatzversicherung abgedeckt.


Zahnzusatzversicherung

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