Motorradversicherung wechseln

Viele Motorradfahrer zahlen zu hohe Prämien für Ihre Motorrad­versicherung. Dabei besteht mindestens einmal im Jahr die Möglichkeit, die Motor­rad­ver­sicherung zu wechseln. Vielen ist nicht bewusst, dass sich die Ver­sicherungs­konditionen im Laufe der Jahre verändert haben, oder sie scheuen den vermeintlich großen Aufwand. Dabei ist ein Wechsel alles andere als aufwendig – wenn Sie geordnet vorgehen und die Kündigungs­fristen einhalten.

Der Ratgeber bietet Ihnen allgemeine Informationen zum wechseln der Motorradversicherung. Produkt­informationen zur Motorradversicherung von CosmosDirekt finden Sie hier.

Produktinformationen

Schritt für Schritt den Versi­che­rungs­wechsel durch­führen

Anders als viele vermuten steht die Kündigung der bestehenden Motorradversicherung am Anfang des Wechselprozesses. Für den Wechsel ist es wichtig, die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfrist der Police zu kennen. Andernfalls besteht das Risiko, dass Sie nicht rechtzeitig kündigen und somit Ihre Motorradversicherung nicht wechseln können. Diese Reihenfolge hat sich beim Wechsel der Motorradversicherung bewährt:

1. Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist klären
2. Kündigung der bestehenden Motorradversicherung
3. Versicherungsangebote vergleichen
4. Neue Police abschließen

Was ist beim Versicherungsvergleich zu beachten?

Der Beitrag ist ein wichtiges Kriterium bei der Suche nach einer Motorradversicherung – sie sollte aber nicht das einzige sein. Besonders bei vermeintlichen "Versicherungsschnäppchen" sollten Sie genau hinschauen. Oft enthalten diese Tarife nur einen Basisschutz und wichtige Leistungen sind nicht enthalten. Die Deckungssumme sollte bei der Kfz-Haftpflichtversicherung 100 Mio. Euro betragen. Ansonsten besteht das Risiko einer Unterversicherung. Beim Vergleich der Angebote ist auch zu berücksichtigen, welche Selbstbeteiligung die Police bei der Kaskoversicherung vorsieht. Eine weitere wichtige Leistung bei der Kaskoversicherung ist der Verzicht des Versicherers auf Leistungs­kürzungen bei grober Fahr­lässig­keit. Diese Klausel sollte in Ihrer Motorradversicherung enthalten sein.

Stellen Sie für den Vergleich eine Liste mit Leistungen auf, die Ihr Versicherungsschutz umfassen sollte. Dazu können beispielsweise eine Mallorca-Police oder ein erweiterter Wildschadenschutz gehören. Diese Tarifoptionen und Leistungen können relevant sein:

  • Deckungssumme bei Sach- und Vermögensschäden
  • Deckungssumme bei Personenschäden
  • Leistungen bei grober Fahrlässigkeit
  • Mallorca-Police
  • Erweiterter Wildschaden-Schutz
  • Erweiterter Naturgewalten-Schutz

Wech­sel­mög­lich­keiten und -fristen bei der Motor­rad­ver­si­che­rung

Die Laufzeit der Motorradversicherung beträgt in aller Regel ein Jahr. Unter Berücksichtigung der Frist ist die Police zum Ende der Laufzeit kündbar. Wenn die Frist verstreicht, wird die Laufzeit automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. Darüber hinaus bestehen für jeden Versicherungsnehmer unter bestimmten Bedingungen Sonderkündigungsrechte. Die Kündigung der Versicherung muss immer schriftlich erfolgen. Wer einen Wechsel zum Ende der Vertragslaufzeit anstrebt, muss die Kündigung nicht begründen. Bei einer außerordentlichen Kündigung muss das Schreiben dagegen begründet werden.

Hinweis

Wer ein neues Motorrad kauft, kann eine neue Versicherung abschließen. Beim Verkauf eines angemeldeten Motorrads wird dem Käufer ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt.

Der reguläre Wechsel der Motorradversicherung

Der reguläre Wechsel erfolgt am Ende der Vertragslaufzeit. Wenn die Motorradversicherung das gesamte Jahr abdeckt, fällt das Vertragsende auf das Ende des Jahres. Die Kündigung der bestehenden Police muss dann zum Jahresende erfolgen. Die 1-monatige Kündigungsfrist vor der Hauptfälligkeit eingerechnet, fällt der Stichtag für die Kündigung auf den 30. November. Wenn die Kündigung danach beim Versicherer eingeht, ist sie unwirksam. Das Datum des Poststempels zählt nicht. Um sicherzustellen, dass die Kündigung wirklich rechtzeitig angekommen ist, sollten Sie diese per Einschreiben mit Rückschein schicken.

Hinweis

Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Unsere Musterkündigung beinhaltet die notwendigen Felder sowohl für die reguläre als auch für die außerordentliche Kündigung.

Der außerordentliche Wechsel der Motorradversicherung

Unter bestimmten Voraussetzungen entsteht für den Versicherungsnehmer ein Sonderkündigungsrecht, mit dem er unabhängig von der vertraglichen Restlaufzeit kündigen kann. Dabei sind vor allem zwei Gründe ausschlaggebend:

1. Sonderkündigung bei einer Beitragserhöhung
2. Sonderkündigung im Schadenfall

Die Prämienerhöhung muss einseitig durch den Versicherer erfolgen. So entsteht ein Sonderkündigungsrecht, wenn das Motorrad oder der Wohnort in eine teurere Typklasse eingeordnet wurde. Wer dagegen neue Leistungen in die Police aufnimmt (wodurch es zu einer Erhöhung des Beitrags kommt), erhält kein Sonderkündigungsrecht. Das Sonderkündigungsrecht nach einem Schadenfall besteht für beide Vertragsseiten. Daher kann auch das Versicherungsunternehmen innerhalb der festgelegten Frist das Vertragsverhältnis beenden.

Kein Sonderkündigungsrecht trotz Beitragserhöhung

Nicht bei jeder Prämienerhöhung bekommt ein Versicherungsnehmer die Möglichkeit, die Motorradversicherung zu wechseln. In den folgenden Fällen haben Sie kein Sonderkündigungsrecht:

  • Niedrigere Schadenfreiheitsklasse und damit geringerer Rabatt infolge eines regulierten Schadens aus dem Vorjahr
  • Höhere Beiträge infolge einer gesetzlichen Änderung oder Vorgabe (z.B. Anhebung der Versicherungssteuer)
  • Beitragserhöhung nach einem Wechsel des Wohnortes wegen Einstufung in eine höhere Regionalklasse

Motor­rad­ver­si­che­rung mit Saison­kenn­zei­chen wech­seln

Bei Saisonkennzeichen für Motorräder kann die Hauptfälligkeit auf den Jahresbeginn fallen. Der letzte Tag für die Kündigung ist der 30. November. Es ist aber auch möglich, dass die Hauptfälligkeit mit der Motorradsaison beginnt. Diese geht häufig vom 1. April bis zum 31. Oktober. Der Stichtag ist dann unter Berücksichtigung der einmonatigen Kündigungsfrist der 28. Februar.


Fazit: Nicht den Aufwand scheuen, die Motor­rad­ver­si­che­rung zu wech­seln

Motorradfahrer können mit einem Versicherungswechsel oftmals mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Wer beim Wechsel systematisch vorgeht und Fristen beachtet, hält den Aufwand in Grenzen. Neben der Beitragshöhe sind Leistungen wie die Deckungssumme der Versicherungsschutz bei grober Fahrlässigkeit und erweiterte Leistungen wichtige Faktoren für die Wahl der neuen Police.

Bei der Kündigung sind vor allem die Fristen und die Art der Kündigung zu berücksichtigen. Eine reguläre Kündigung erfolgt zum Ende der einjährigen Vertragslaufzeit. An welchem Tag die Kündigungsfrist endet, hängt maßgeblich davon ab, ob sich der Versicherungsschutz auf das ganze Kalenderjahr oder nur die Motorradsaison erstreckt:

  • Bei einer ganzjährigen Motorradversicherung fällt das Vertragsende auf das Ende des Kalenderjahres. Der letzte Tag für den Eingang der Kündigung ist der 30. November.
  • Bei Versicherungsschutz für die Motorradsaison können Verträge auch am 31. März enden. Stichtag für die Kündigung ist dann der 28. Februar. In Sonderfällen können Sie Ihre Police unabhängig vom Ende der Vertragslaufzeit kündigen. Voraussetzung dafür ist eine durch den Versicherer veranlasste Beitragserhöhung oder ein regulierter Schadenfall. Wenn der Gesetzgeber die Versicherungssteuer anhebt und sich infolgedessen die Beiträge erhöhen, entsteht kein Sonderkündigungsrecht.