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Haftpflichtversicherung kündigen

Haftpflichtversicherung kündigen:

Das sollten Sie beachten

Jeder sollte eine Privat-Haftpflichtversicherung haben. Nur mit einer Privat-Haftpflicht ist man gegen finanzielle Forderungen abgesichert, wenn falls man einen Schaden verursacht. Doch was, wenn der Leistungsumfang nicht mehr genügt oder die Prämie zu hoch ist? Dann macht es Sinn, den bestehenden Vertrag zu kündigen und eine Haftpflicht abzuschließen.

Im folgenden Artikel erfahren Sie alles zur Kündigung Ihrer Haftpflichtversicherung und wie Sie dabei richtig vorgehen.


Ein Schuss, ein Knall – und plötzlich ist die Scheibe kaputt. Die Ursache: Ein Fußball. Der Schütze: Sie. Da Sie für die Tat verantwortlich sind, müssen Sie für den Ersatz der Glasscheibe bezahlen. Das schreibt das Bürgerliche Gesetzbuch unter dem Stichwort Schadenersatz vor. Haben Sie eine Privat-Haftpflichtversicherung, dann übernimmt diese für Sie den Schaden. Noch wichtiger ist diese bei Personenschäden. Die Kosten für Behandlungen, Nachsorge und Schmerzensgeld können schnell die Millionengrenze überschreiten. Da ist eine gute Police ihr Geld wert. Doch wenn die Leistung nicht mehr zeitgemäß ist, beispielsweise, wenn die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt wurde oder die Versicherungsprämie unverhältnismäßig hoch ausfällt, wird es Zeit, die bestehende Haftpflichtversicherung zu kündigen.


Private Haftpflichtversicherung vor der Kündigung überprüfen

Sinnvoll ist insbesondere die Kündigung einer Haftpflichtversicherung, die schon vor einigen Jahren abgeschlossenen wurde. Solche Altverträge weisen oft nur eine Deckung von 1 Million Euro auf, womöglich noch getrennt nach Personen- und Sachschäden. Zum einen ist diese Versicherungssumme viel zu niedrig und zum anderen empfiehlt sich ein Pauschalbetrag, sodass im Schadenfall immer die gesamte Summe zur Verfügung steht. Die Kosten um Unfallopfer zu behandeln können schnell mehr als 1 Millionen Euro betragen. Den Differenz­betrag müssten Sie selbst zahlen. Die Versicherungs­summe sollte daher bei einer Haftpflicht­versicherung mindestens 5 Millionen Euro betragen.

Welche Leistungen sind sinnvoll?

Wurden Sie geschädigt und kann der Schadenverursacher nicht zahlen, weil er keine Privathaftpflichtversicherung hat oder nicht über sonstige finanzielle Mittel verfügt, et, bleiben Sie auf den Kosten sitzen. Mit der Forderungsausfalldeckung kommt Ihre eigene Privat-Haftpflichtversicherung für den Schaden auf.

Schäden an Türen, Böden oder Wänden in Mietwohnungen, aber auch an Waschbecken und ähnlichen Badkeramiken sollte jede Haftpflichtversicherung umfassen. Der Schutz gilt für selbst gemietete Wohnräume aller Art, auch Ferienhäuser und Hotelzimmer.

Gute Policen decken mittlerweile nicht nur den Austausch der Schlüssel zur Mietwohnung ab, sollten diese verloren gehen. Sie kommen auch für die Kosten auf, die der Wechsel der zentralen Schließanlage an der Haustür nach sich zieht. Umfassenderen Schutz bieten Versicherungen, die auch den Verlust gewerblicher Schlüssel mitabsichern.

Allmählichkeitsschäden sind Schäden die durch Nässe, Beeinträchtigung durch Temperaturen, Gase, Rauch, Ruß oder Staub verursacht werden. Von einigen Versicherungen werden die Allmählichkeitsschäden ausgeschlossen, andere begrenzen den Versicherungsschutz auf bestimmte Ereignisse (beispielsweise sind Schäden durch Nässe nicht versichert) Ob und in welchem Umfang diese Schadenart berücksichtigt wird, hängt im Allgemeinen von den Versicherungsbedingungen ab.

Helfen Sie einem Freund beim Umzug, sind Sie selbst bei leichter Fahrlässigkeit nicht haftbar für Schäden, die Sie verursachen. Zum Beispiel, wenn das teure Home-Entertainment-System die Treppe hinunterfällt. Um den freundschaftlichen Frieden zu wahren und dennoch nicht ins eigene Portemonnaie greifen zu müssen, lassen sich Schäden bei Gefälligkeiten zusätzlich absichern.

Versichert sind Schäden, die Sie bei Dritten durch Austausch, Übermittlung oder Bereitstellung elektronischer Daten (zum Beispiel im Internet, per E-Mail oder mittels Datenträger) verursacht haben.

Kinder können teure Schäden verursachen. Sind sie unter 7 Jahren alt, können sie nicht haftbar gemacht werden. Im Straßenverkehr liegt die Altersgrenze sogar bei 10 Jahren. Haben die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt, bleibt der Geschädigte auf seinem Schaden sitzen. Solche Schadenfälle passieren für gewöhnlich im Freundes- und Bekanntenkreis. Um das Verhältnis zu diesen nicht zu belasten und den Schaden nicht privat ausgleichen zu müssen, kann man deliktunfähige Kinder in der Haftpflicht mitversichern. In Familientarifen ist diese Option meistens enthalten.

Wenn Sie feststellen, dass Ihre alte Police den aktuellen Anforderungen nicht genügt, ist der Zeitpunkt gekommen, ein Angebot mit einem umfassenderen Versicherungsschutz zu suchen und die bestehende Privat-Haftpflichtversicherung zu kündigen.


Wann können Sie Ihre Haftpflichtversicherung kündigen?

Die Haftpflichtversicherungen unterliegen, wie andere Versicherungen auch, einer Kündigungspflicht. Dabei gilt: Eine Police wird für mindestens ein Jahr abgeschlossen. Häufig werden Haftpflichtversicherungen gleich über mehrere Jahre abgeschlossen, da die Versicherer bei längeren Laufzeiten Rabatte gewähren. Wenn Sie Ihre Haftpflicht nicht kündigen, verlängert sie sich automatisch um ein weiteres Jahr.

Um Ihre Haftpflicht zu kündigen, haben Sie zwei Optionen: die ordentliche und die außerordentliche Kündigung.


Die ordentliche Kündigung

Wenn der Vertrag ausläuft, haben Sie das Recht, Ihre Haftpflichtversicherung ordentlich zu kündigen. Bei Jahresverträgen ist dies immer zum Ablauf des Versicherungszeitraums möglich. Hat sich Ihre Police bereits stillschweigend verlängert, weil das erstmalige Vertragsende überschritten wurde, können Sie jeweils jährlich zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Bei vielen Anbietern beträgt die Kündigungsfrist drei Monate. Läuft beispielsweise Ihr Vertrag am 31. Dezember aus, muss Ihre Kündigung bis zum 30. September dem Versicherer vorliegen.

Verträge, deren vereinbarte Erst-Laufzeit 3 Jahre überschreitet, können erstmalig zum Ende des dritten Jahres gekündigt werden. Nutzen Sie diese Option nicht, können Sie jeweils zum Ende jedes weiteren, folgenden Jahres kündigen.

Tod des Versicherungsnehmers

Verstirbt der Versicherungsnehmer, endet in der Regel auch die Privat-Haftpflichtversicherung. Kündigen brauchen die Erben nicht, es reicht eine Mitteilung über das Ableben des Versicherungsnehmers. Der bereits gezahlte Jahresbeitrag wird anteilig an die Erben zurückgezahlt. Bei der Berechnung zählt allerdings nicht der Sterbetag, sondern der Tag, an dem die Versicherung die Mitteilung über den Tod des Versicherungsnehmers erhalten hat. Erben sollten also nicht zu lange warten, bis sie den Versicherer informieren.

Etwas anders liegt der Fall, wenn eine Paar- oder Familienversicherung besteht. Bis zum Ende des Versicherungsjahres besteht der Versicherungsschutz dann weiter. Wenn der Hinterbliebene den fälligen Beitrag zahlt, wird er neuer Versicherungsnehmer. Je nach Situation kann sich aber der Wechsel in einen anderen Tarif anbieten, beispielsweise für Singles. Oder die Haftpflichtversicherung wird ganz regulär ordentlich gekündigt.

Hinweis

Hatte der Verstorbene ein Haustier, das über eine Tierhalterhaftpflicht abgesichert war, geht das Tier und auch die entsprechende Tierhalter-Haftpflichtversicherung an die Erben über. Ein Sonderkündigungsrecht besteht nicht, die Versicherung kann nur ordentlich zum Ablauf des Versicherungsjahres gekündigt werden.

Überblick ordentliche Kündigung

  • Bei Jahresverträgen: Kündigungsfrist meistens 3 Monate zum Ende des Versicherungsjahres
  • Bei mehrjährigen Verträgen: erstmalig im dritten Jahr der Haftpflichtversicherung möglich, Kündigungsfrist ebenfalls meistens 3 Monate , in den Folgejahren einmal jährlich zum Vertragsjahresende
  • Wenn der Vertrag ausläuft und Sie die Haftpflicht nicht kündigen, verlängert sie sich um ein weiteres Jahr.
  • Stirbt der Versicherungsnehmer einer Single-Police, ist keine Kündigung erforderlich. Eine Haftpflichtversicherung mit Paar- oder Familien-Tarif geht an den mitversicherten Hinterbliebenen über und läuft bis zur nächsten Beitragsfälligkeit weiter.

Die außerordentliche Kündigung

Neben der regulären Kündigung besteht für einige Situationen ein Sonderkündigungsrecht. Dabei gilt auch eine abweichende Kündigungsfrist.

Beitragserhöhung

Eine Haftpflichtversicherung kann vom Versicherungsnehmer auch außerordentlich gekündigt werden, wenn der Versicherer den Beitrag erhöht, ohne seine Leistung entsprechend anzupassen. Die Kündigung muss dem Versicherer innerhalb eines Monats nach Kenntnisnahme der Beitragserhöhung schriftlich mitgeteilt werden.

Schadenfall

Ein Sonderkündigungsrecht besteht darüber hinaus im Schadenfall. In diesem Falle kann die Haftpflicht ebenfalls innerhalb eines Monates nach der Schadensbearbeitung gekündigt werden.

Kündigung durch Versicherer

Im Schadenfall hat auch der Versicherer das Recht, die Haftpflicht zu kündigen. Ebenfalls ein Kündigungsgrund für den Versicherer: wenn der Versicherungsnehmer die Beiträge nicht bezahlt. Zunächst kann der Versicherer eine neue Frist zur Zahlung setzen, nach Ablauf dieser ist der Versicherer berechtigt, fristlos zu kündigen.

Überblick außerordentliche Kündigung

  • Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung: Kündigungsfrist 1 Monat
  • Sonderkündigungsrecht im Schadenfall: Kündigungsfrist 1 Monat – kann von Versicherungsnehmer und Versicherer in Anspruch genommen werden
  • Bei Zahlungsrückstand: Sonderkündigungsrecht für den Versicherer

Wie können Sie Ihre Haftpflichtversicherung kündigen?

Da eine Haftpflichtversicherung die versicherte Person im Falle von Schadenersatzansprüchen absichert (Sach-, Vermögens- und Personenschäden), sollte man die Versicherung nur kündigen, wenn der neue Haftpflichtschutz nahtlos an den alten angeknüpft werden kann.

Um die private Haftpflicht zu kündigen, empfehlen wir die folgenden 5 Schritte.

1. Liegt ein Kündigungsgrund vor?

Für eine ordentliche Kündigung benötigen Sie keinen Kündigungsgrund.

Eine außerordentliche Kündigung der Haftpflicht ist möglich bei:

  • Beitragserhöhung (ohne Leistungsanhebung)
  • Schadenfall

2. Müssen Sie eine Kündigungsfrist beachten?

Im Falle einer ordentlichen Kündigung haben Sie bei den meisten Policen eine Kündigungsfrist von 3 Monaten.

Hinweis

Bei Verträgen, die 3 Jahre und länger laufen, ist die ordentliche Kündigung frühestens zum Ablauf des dritten Versicherungsjahres möglich. In allen darauffolgenden Jahren besteht die Option einmal im Jahr zum Ende des Versicherungsjahres.

3. Bei Wechsel: Neue Versicherung suchen und abschließen

Suchen und vergleichen Sie die verschiedenen Angebote auf dem Markt. Leistungsumfang, Serviceleistungen und Preise weichen teilweise erheblich voneinander ab. Wichtige Fragen, die Sie berücksichtigen sollten, lauten:

  • Wie hoch ist die Versicherungssumme? Es sollte eine Mindestversicherungssumme von 5 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden bestehen.
  • Wie lange gilt der Versicherungsschutz im Ausland?
  • Ist der private Schlüsselverlust mitabgedeckt?
  • Besteht eine Forderungsausfalldeckung?
  • Sind Schäden durch deliktunfähige Kinder abgesichert?
  • Gibt es Tarife für Singles, Paare und Familien?
  • Gibt es für meine Berufsgruppe einen besonderen Tarif?
Tipp

Überzeugen Sie sich von den Leistungen unserer Privat-Haftpflichtversicherung.

4. Bei Wechsel: Bestätigung der neuen Versicherung

Warten Sie das Schreiben des neuen Anbieters ab, in dem der Abschluss Ihrer neuen Haftpflichtversicherung bestätigt wird, bevor Sie Ihre alte Haftpflicht kündigen. So sichern Sie einen nahtlosen Übergang des Versicherungsschutzes. Denn die neue Versicherung muss Sie nicht zwingend aufnehmen. Stattdessen kann ein Versicherer durchaus auch einen Antrag ablehnen.

5. Alte Haftpflichtversicherung kündigen

a) Nutzen Sie unseren Kündigungsservice:
Mit unserem Kündigungsservice können Sie schnell und einfach Ihre Haftpflichtversicherung kündigen.

b) Fordern Sie eine Bestätigung an:
Dafür übersenden Sie die Kündigung am besten per Einschreiben. Mit der Übergabe des Briefes wird gleichzeitig der Erhalt der Kündigung bestätigt. Wenn Sie keine andere Möglichkeit zur Hand haben, können Sie auch mit einem regulären Brief oder Fax kündigen. Dann müssen Sie sich aber unbedingt eine Kündigungsbestätigung vom Versicherer zuschicken lassen. Die Haftpflichtversicherung mit einer Kündigung per E-Mail zu beenden, ist in der Regel nicht möglich. Denn meistens ist es erforderlich, dass Sie Ihre Haftpflichtversicherung schriftlich kündigen und diese persönlich unterschreiben.

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Info

Mehr zum Thema, wie Sie von einem Wechsel der Haftpflichtversicherung profitieren, erfahren Sie in unserem Artikel Haftpflichtversicherung wechseln.


Fazit: Erst neue Haftpflicht suchen, dann alte kündigen

In vielen Fällen lohnt sich ein Versicherungs­wechsel. Sofern Ihr Vertrag nicht angepasst wurde, kann die Versicherungssumme inzwischen zu gering sein. Ist die Deckungssumme zu niedrig, müssten Sie im Ernstfall alle weiteren Kosten, die darüber hinausgehen, selbst tragen. Auch wenn Sie die Kosten­steigerungen Ihrer Haftpflicht­versicherung nicht mehr tragen möchten, kann sich eine Kündigung rentieren. Bei der neuen Police sparen Sie auf diese Weise bei der Versicherungs­prämie und erhalten im Gegenzug mindestens den gleichen, wenn nicht sogar einen verbesserten Versicherungs­schutz. Unter Umständen beinhaltet der neue Vertrag zudem noch Zusatz­leistungen wie die Absicherung von Gefälligkeits- oder Allmählichkeits­schäden.


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