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Grundlagen der Risikolebensversicherung

Grundlagen der Risikolebensversicherung: Statistiken, Sterbetafeln und Überlebenswahrscheinlichkeiten

Risikolebensversicherungen tragen ihren Namen nicht, weil sie eine besonders riskante Geldanlage sind. Ganz im Gegenteil: Risikolebensversicherungen sind ein Ausdruck von Verlässlichkeit. Sollte der Versicherte sterben, sind zum Beispiel seine Angehörigen finanziell abgesichert. Was das den Versicherungsnehmer kostet, wird in umfangreichen Rechnungen und Statistiken festgelegt. Machen Sie sich einen Überblick, wie die Risikolebensversicherung in Zahlen aussieht und wie diese Werte sich auf einen Vertrag auswirken.


Die allgemeine Situation der Risikolebensversicherung

Die Risikolebensversicherung ist neben der Kapitallebensversicherung und der Rentenversicherung ein Vertrag, um sein Leben zu versichern. Dabei verfolgen die Produkte jeweils ein anderes Ziel. Die Rentenversicherung soll das Leben im Alter schützen, die Kapitallebensversicherung bietet eine Versicherungssumme sowohl für den Erlebens- als auch für den Todesfall und die Risikolebensversicherung sichert das Risiko des eigenen Todes ab. Schaut man sich die Statistik zu Lebensversicherungen an, so zeigt sich die Popularität der einzelnen Produkte deutlich.

Struktur des Vertragsbestands in der Lebensversicherung in Deutschland von 1990 bis 2012 nach Versicherungsart:

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
Link: www.gdv.de/wp-content/uploads/2013/10/GDV-Lebensversicherung-in-Zahlen-2013-n.pdf

Die Gründe für diese Situation sind vielfältig. Bei Kapitallebensversicherung und privater Rentenversicherung steht die Altersvorsorge im Mittelpunkt. Dafür wird Kapital für später gebildet. Die Risikolebensversicherung bietet dagegen einen reinen Todesfallschutz. Die Versicherungssumme wird ausgezahlt, wenn der Versicherte während der Vertragslaufzeit stirbt. Der finanzielle Schutz der Hinterbliebenen ist somit die vorrangige Aufgabe der Risikolebensversicherung. Die Versicherungssumme sollte daher nicht zu knapp kalkuliert werden. Experten empfehlen, mindestens das 3 bis 5-fache des Brutto-Jahreseinkommens zu nehmen. Bei Krediten sollten Sie die noch vorhandene Kreditsumme zusätzlich absichern.

Rechenbeispiel:
Jahreseinkommen:32.643 Euro (x 5)
Versicherungssumme:163.215 Euro
  • Grundlage: Durchschnittlicher Brutto-Jahresarbeitslohn aus dem Jahr 2015.
    Quelle: Statista
    Link: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164047/umfrage/jahresarbeitslohn-in-deutschland-seit-1960

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass der Durchschnittswert der abgeschlossenen Versicherungssumme – trotz Steigerung – nur beim 2 bis 3-fachen des durchschnittlichen Jahreseinkommens liegt. Damit haben die Versicherten gerade einmal gut die Hälfte der empfohlenen Summe. Geht man davon aus, dass bei einem Todesfall alleine die Beerdigungskosten schon zwischen 5.000 Euro und 15.000 Euro liegen, sind diese Werte noch geringer. Immerhin müssen die Hinterbliebenen diese Kosten direkt aufbringen.

Durchschnittliche Versicherungssumme in der deutschen Risikolebensversicherung in den Jahren 2003 bis 2011:

Statistik: Durchschnittliche Versicherungssumme

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
Link: www.gdv.de/wp-content/uploads/2013/10/GDV-Lebensversicherung-in-Zahlen-2013-n.pdf


Sterbetafeln: Die statistische Basis der Risikolebensversicherung

Wer eine Risikolebensversicherung abschließt, macht sich nicht nur Gedanken über die Versicherungssumme. Für die meisten ist entscheidend, wie hoch der monatliche Beitrag ausfällt. Dieser wird von Versicherungsunternehmen mithilfe versicherungsmathematischer Modelle berechnet. Dabei kommen Statistiken zu Sterbe- und Überlebens­wahrscheinlich­keiten zum Einsatz. Diese dienen dazu, die unterschiedlichen Lebens­erwartungen aller Versicherten anzugleichen und für jeden eine Auszahlung im Todesfall garantieren zu können. Es dient dem Schutz jedes einzelnen Versicherten.

Was ist eine „Sterbetafel“ genau?

Eine Sterbetafel zeigt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Person eines bestimmten Alters bis zu ihrem nächsten Geburtstag sterben wird. Damit lässt sich das wahrscheinliche Alter eines Versicherten bestimmen. Dies geschieht getrennt nach Jahrgängen und Geschlecht, sodass für jedes Lebensalter die Sterbe- bzw. Überlebenswahrscheinlichkeit ermitteln werden kann.

Die Quelle: Die Sterbetafeln, auf die sich die Versicherungsunternehmen beziehen, werden von der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) erstellt. Die DAV ist die berufsständische Vereinigung der deutschen Versicherungsmathematiker. Um die Sterbewahrscheinlichkeiten zu ermitteln, beobachten die Experten die Jahr für Jahr erreichten Lebensalter und schreiben davon ausgehend die Zeitreihen fort.

Der Datenpool: Die Grundlage bilden die Daten des Statistischen Bundesamtes, die mit Erfahrungswerten der Versicherer ergänzt werden. Bei der aktuellen DAV-Sterbetafel setzte sich der Datenpool wie folgt zusammen:

  • 3 Rück-Versicherer und der Verband öffentlicher Versicherer
  • 47 Erstversicherer
  • 104 Millionen Bestandsjahre
  • 391.000 Tote
  • Zeitraum 2001 bis 2004
  • Marktabdeckung: je nach Tarif 60 – 70 %

Die aktuelle Sterbetafel: Momentan beziehen sich die Versicherer auf die Sterbetafel DAV 2008 T, die 2008 in Kraft getreten ist. Sie ersetzte die bis dato verwendete Sterbetafel aus dem Jahr 1994. Nun wird auch die in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegene Lebens­erwartung be­rücksichtigt. Diese lässt sich anhand einer Gegenüberstellung der Bevölkerungsdaten von 1987 und 2005 gut erkennen.

Von 1.000 Personen im Alter von 30 Jahren leben im Alter von 65 Jahren noch:
Geschlecht
Bevölkerungsdaten aus 1987Bevölkerungsdaten aus 2005Differenz
Männer76482965
Frauen88091131
  • Quelle: Statistisches Bundesamt
    Link: www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Sterbefaelle/AktuellPeriodensterbetafeln.html

Der Aufbau: Die Sterbetafel der Versicherer ist jeweils in Untertabellen 1. und 2. Ordnung geteilt. Die Sterbetafel 2. Ordnung stellt die „realistische“ Schätzung der Sterb­lichkeit dar und wurde mit fundierten statistischen Methoden erstellt. Die Tafel der 1. Ordnung enthält bestimmte Sicherheits­zuschläge. Gemäß den gesetzlichen Vorlagen handelt es sich dabei um Schwankungs- und Irrtumszuschläge, die eine Art Puffer bilden. Denn wann eine Risiko­lebens­versicherung wirklich benötigt wird, kann auch die beste Statistik nicht exakt vorhersagen.

Statistik: Sterbetafel Männer

Raucher und Nicht-Raucher: Die Sterbetafel für die Risikolebens­versicherung trennt in den Statistiken auch nach Raucher und Nicht­raucher. Der Grund dafür ist, dass Raucher eine höhere Sterb­lichkeit gegenüber Nicht-Rauchern aufweisen. Aus diesem Grund fragen alle Versicherer in den Gesund­heits­fragen auch nach dem Tabak­konsum, um den individuellen Risiko­anteil berechnen zu können.

Von 1.000 Personen im Alter von 30 Jahren leben im Alter von 65 Jahren noch:
Geschlecht
Nicht-RaucherRaucherDifferenz
Männer90881296
Frauen94288161
  • Quelle: Statistisches Bundesamt
    Link: www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Sterbefaelle/AktuellPeriodensterbetafeln.html

Geschlecht: Trotz der offensichtlichen Unterschiede in den Sterbewahrscheinlichkeiten dürfen die Versicherer keine speziellen Tarife für Männer und Frauen mehr anbieten. Seit Dezember 2012 werden daher von allen Versicherern nur noch Unisex-Tarife angeboten.


Welche Faktoren sind noch statistisch relevant?

Bei der Einschätzung des individuellen Risiko-Anteils spielen auch Faktoren wie der Gesundheitszustand und Lebensstil eine wichtige Rolle. Wer an schweren chronischen Krankheiten leidet, unterliegt wie ein Raucher einer höheren Todesfallwahrscheinlichkeit. Das gleiche gilt für Extremsportler oder Menschen in gefährlichen Berufen. Die jeweilige Risikolebensversicherung muss solche Besonderheiten berücksichtigen, die von den herkömmlichen Statistiken abweichen. Dies geschieht in aller Regel durch einen persönlichen Risiko-Aufschlag für die Betroffenen.

Die 10 häufigsten Todesursachen (im Jahr 2014)

Todesursache
AnzahlIn Prozent
Chronische ischämische Herzkrankheit69.8908,0 %
Akuter Myokardinfarkt (Herzinfarkt)48.1815,5 %
Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge (Lungen- und Bronchialkrebs)45.0495,2 %
Herzinsuffizienz (Herzschwäche, Herzmuskelschwäche)44.5515,1 %
Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit27.0083,1 %
Nicht näher bezeichnete Demenz24.8672,9 %
Hypertensive Herzkrankheit22.8592,6 %
Bösartige Neubildung der Brustdrüse (Brustdrüsenkrebs (Mamma))17.8042,1 %
Bösartige Neubildung des Kolons16.8991,9 %
Schlaganfall, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet16.7531,9 %
  • Quelle: Statistisches Bundesamt
    Link: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/SterbefaelleInsgesamt.html


Die Überschüsse der Risikolebensversicherung: ein Effekt der Statistik?

Die Beiträge für die Risikolebensversicherung werden nach der Sterbewahrscheinlichkeit 1. Ordnung berechnet. Es werden also mehr Sterbefälle kalkuliert als tatsächlich eintreten. Die dadurch erwirtschafteten Überschüsse werden an die Versicherungsnehmer zurückgegeben: als Sofort-Rabatt oder Todesfall-Bonus.

Sofort-Rabatt

Dieser Rabatt führt dazu, dass die Beiträge gesenkt werden. Anstelle des Brutto-Betrages, der eigentlich für die Deckung der Verwaltungskosten und den Risiko-Anteil fällig wäre, müssen Sie nur den reduzierten Netto-Betrag zahlen. Dieser wird jährlich neu berechnet und liegt je nach Geschäftsjahr unter dem Brutto-Betrag. Ein weiterer Vorteil: Die Versicherungssumme bleibt die gesamte Laufzeit über konstant und damit eine Größe, mit der Sie fest rechnen können. Der Nachteil: Die Höhe des Beitrags kann sich im Laufe des Vertrages immer wieder ändern. Über den ausgegebenen Brutto-Betrag wird Ihr Beitrag aber nie steigen.

Todesfall-Bonus

In dieser Variante der Überschuss-Beteiligung bleiben die Beiträge die gesamte Vertragslaufzeit über konstant. Dafür ist die Summe, die im Todesfall ausgezahlt wird, variabel. Je nach Höhe der erwirtschafteten Überschüsse steigt sie entsprechend. Wird ein Minus erwirtschaftet, kann die Versicherungssumme sich aber auch reduzieren. Der Vorteil ist die Planungssicherheit für die monatlichen Ausgaben. Nachteilig wirkt sich diese Form der Überschuss-Beteiligung aus, wenn beispielsweise ein größerer Kredit oder eine Hypothek zurückzuzahlen ist. Möglicherweise fällt die ausgezahlte Summe dann geringer als benötigt aus.

Für die optimale Berechnung einer Risikolebensversicherung sind Statistiken unverzichtbar

Ihre Bedeutung brachte Elisabeth Noelle-Neumann, Marktforscherin und Pionierin der Demoskopie, so schön auf den Punkt: „Statistik ist für mich das Informationsmittel der Mündigen. Der Satz ‚Mit Statistik kann man alles beweisen’ gilt nur für die Bequemen, die keine Lust haben, genau hinzusehen.“


Risikolebensversicherung

Risikolebensversicherung

Ausgezeichneter Familienschutz
  • Günstigste Todesfallabsicherung
  • 16 x Platz 1 in Folge bei Stiftung Warentest2
  • Online-Direkt-Zusage

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