Die neuen Volkskrankheiten

Verstehen, verhindern, vorbeugen


Dieser Ratgeber enthält nur allgemeine Informationen und ist nicht zu Selbst­diag­nose geeignet. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte umgehend an einen Arzt! Weitere Produkt­informationen zur Risiko-Lebens­ver­sicherung finden Sie hier.


Die „neuen“ Volkskrankheiten – Blut­hoch­druck, hoher Cholesterin­spiegel, Diabetes mellitus und chronische Bronchitis – lassen sich vermeiden. In unserem Ratgeber erfahren Sie, woran Sie diese Zivilisations­krank­heiten erkennen, welchen Einfluss Ihr Lebens­stil hat und wie Sie einer Erkrankung vorbeugen können. Wir haben es selbst in der Hand: Wer sein Verhalten überdenkt und seine Lebensweise umstellt, kann viel erreichen.


Diese Fachbegriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklä­rung
ICD

ICD steht für „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“. Es stellt das weltweit anerkannte Klassifikationssystem von Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme dar. Bei einer Krankschreibung verschlüsselt der Arzt die jeweilige Diagnose mit der ICD-Ziffer.

Autoimmunerkrankung

Eine Krankheit, bei der der Körper eigene Zellen oder eigenes Gewebe für einen Eindringling hält. Das Immunsystem reagiert darauf genauso wie auf Viren, Bakterien oder Pilze und setzt die Abwehrkräfte in Gang. Diese zerstören daraufhin körpereigenes Gewebe und Zellen. Die Ursache einer Autoimmunerkrankung kann nicht behandelt werden, es lassen sich nur die Symptome lindern.

Risikofaktor

In der Medizin bezeichnet man mit dem Begriff alle Umstände, die das Eintreten einer Krankheit potenziell erhöhen können. Nicht in jedem Fall stellt ein Risikofaktor auch tatsächlich die Ursache für eine bestimmte Krankheit dar (auch ohne selbst zu rauchen können Menschen an Lungenkrebs erkranken), allerdings erhöht der Risikofaktor die Wahrscheinlichkeit des Eintretens (statistisch gesehen erkranken Rauchen 10-mal öfter an Lungenkrebs als Nichtraucher).

Morgens fahre ich mit dem Auto zur Arbeit, ist ja einfacher so … mittags habe ich immer Heiß­hunger auf Burger und ein Dessert … abends lümmele ich am liebsten auf der Couch und schaue bis in die Nacht meine Lieblings­serie … Rotwein ist ja gesund, da können die zwei Gläser am Tag nicht schaden … die Zigarette danach brauche ich … Sport mochte ich in der Schule schon nicht … Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, sieht so der Alltag von vielen von uns aus. Mit Anfang 30 merken wir die Folgen dieser Lebens­weise noch nicht. Aber je älter wir werden, umso schlechter werden unsere Blutwerte. Der Kreislauf gerät durch­einander, das Atmen fällt schwerer. Viele von uns unterschätzen die Gefahren, die mit unserem Lebensstil einhergehen. Und sie plagen sich dann später mit gesundheitlichen Problemen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder einem Raucherhusten. Die Wissen­schaft zählt diese weit­verbreiteten Volksleiden zu den Zivilisations­krank­heiten – Krankheiten, die eine Folge unseres modernen Lebens­stils sind. Sie entstehen schleichend, oft nahezu unbemerkt, und treten meist erst dann auf, wenn die Auswirkungen schon irreparabel sind. Im schlimmsten Fall können die Konsequenzen tödlich sein, wenn jemand beispielsweise einen Herzinfarkt erleidet.

Viele der Risiken, die mit Volkskrankheiten einhergehen, lassen sich aber vermeiden. Denn Blut­hoch­druck oder Raucher­husten sind meistens nicht genetisch bedingt, sondern das Resultat einer ungesunden Lebensweise. Doch woran erkenne ich Zivilisations­krankheiten – und wie kann ich verhindern, dass ich ein Opfer meines Lebens­stils werde? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, haben wir den Ratgeber zusammen­gestellt. Wir erklären darin, an welchen Symptomen Sie typische Zivilisations­leiden erkennen und welche Umstände zu einer Erkrankung führen. Und wir geben Tipps, wie Sie diesen Krank­heiten mit einer gesunden Lebens­weise vorbeugen können.

Was ist eine Volkskrankheit?

Eine exakte Definition des Begriffes „Volkskrankheit“ existiert nicht. Es handelt sich dabei nicht einmal um einen medizinischen Ausdruck, sondern um eine Klassifizierung, die im 19. Jahrhundert vom Medizinhistoriker Justus Hecker (1795–1850) eingeführt wurde. Hecker fasste mit dem Begriff unterschiedliche Epidemien des Mittelalters zusammen, darunter Pest und Pocken, aber auch heute völlig unbekannte Phänomene wie „Tanzwut“ (ekstatisches Tanzen bis zur Erschöpfung) oder den „englischen Schweiß“ (möglicherweise eine aggressive Form von Grippeviren).

Bei Volkskrankheiten ist die Anzahl der Betroffenen nicht festgelegt

Bis heute handelt es sich bei „Volkskrankheiten“ um einen allgemeinen Begriff. Darunter werden alle Leiden eingeordnet, die eine größere Bevölkerungsgruppe betreffen und eine „dramatische“ Qualität haben. Das andere Ende des Spektrums, die „seltenen Krankheiten“, ist dagegen genau definiert. Mit dem Begriff werden Erkrankungen bezeichnet, unter denen nur sehr wenige Menschen leiden. Die genaue Anzahl unterscheidet sich aber von Land zu Land; laut einer EU-Verordnung sind von einer seltenen Krankheit höchstens fünf von zehntausend Personen betroffen.

Wie hoch die Anzahl der Erkrankten bei einer „Volkskrankheit“ sein muss, ist dagegen völlig offen. Von Kurzsichtigkeit sind in Deutschland mehr als 40 Millionen Menschen betroffen, doch Myopie – so der Fachbegriff – gilt (noch) nicht als Volksgebrechen. Stressbedingter Burnout mit rund 176.000 Fällen (in 2018) aber schon. Auch die mediale Zuspitzung eines Themas spielt oft eine wichtige Rolle, wenn etwa von der „Volkskrankheit Handy-Daumen“ oder dem „Volksleiden Zappelphilipp“ gesprochen wird. Da der Begriff nicht definiert ist, lässt sich im Prinzip jede gehäuft auftretende Erscheinung als „Volkskrankheit“ bezeichnen.

Aber nicht jede Zunahme von Krankheitstagen oder die steigende Verschreibung bestimmter Medikamente bedeutet, dass es plötzlich mehr Kranke gibt. Es kann auch sein, dass Tabus gefallen sind: Patienten sprechen nun offener über bestimmte Symptome, Ärzte sind stärker sensibilisiert und stellen passendere Diagnosen. Nicht vergessen sollte man, dass Ärzte bei den Krankenkassen überhaupt nur Krankheiten abrechnen können, die einen ICD-Schlüssel haben. Demenz hat mehrere (F00 bis F03), Burnout dagegen keinen. Was nicht erfasst wird, gibt es nicht.

Diese zehn Leiden plagen die Deutschen am ärgsten

  1. Koronare Herzkrankheiten
  2. Nacken - und Rückenschmerzen
  3. Krankheiten der Sinnesorgane: Beispiel Kurzsichtigkeit
  4. Lungenkrebs
  5. Schlaganfall
  6. Depression
  7. Alzheimer
  8. Diabetes
  9. Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD
  10. Darmkrebs

Quelle: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/deutschland-diese-zehn-krankheiten-plagen-die-menschen-am-meisten-a-1117094.html

Volkskrankheit, Zivilisationskrankheit, Wohlstandskrankheit

Noch komplizierter wird es, wenn man Volkskrankheiten mit den „Zivilisationskrankheiten“ in einen Topf wirft. Erstmalig verwendet wurde der Ausdruck von George M. Beard (1839–1883). Der US-amerikanische Neurologe verwendete den Begriff, um damit die „Neurasthenie“ zu charakterisieren. Die psychische Erkrankung (ICD-Schlüssel: F48.0) hatte sich Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Modekrankheit in den höheren Gesellschaftsschichten entwickelt. Im Deutschland kursierten damals auch die Bezeichnungen „reizbare Schwäche“, „Nervenschwäche“ oder „Nervosität“.

Auch wenn die Neurasthenie als solche mittlerweile kaum noch diagnostiziert wird, hat sich der Begriff der „Zivilisationskrankheit“ trotzdem als Sammelbegriff etabliert. Gelegentlich tritt der Ausdruck auch in den Varianten „Wohlstandskrankheit“ oder „Lifestyle-Krankheit“ auf. Gemeint ist, dass der wirtschaftliche, medizinische und technische Fortschritt nicht nur viele Krankheiten zurückgedrängt hat, zum Beispiel durch Antibiotika oder Impfungen, sondern dass unsere moderne Zivilisation selbst zu bestimmten Erkrankungen führt, die man im vorindustriellen Zeitalter kaum oder gar nicht kannte.

Ausgewählte Krankheiten, die als Zivilisationskrankheiten gelten

  • Karies
  • Herz- und Gefäßkrankheiten
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Adipositas (Übergewicht)
  • Bluthochdruck
  • Neurodermitis
  • Allergien

Welche Krankheiten als „Zivilisationskrankheiten“ gelten, welche anderen Ursachen zu den Leiden führen und ob sie tatsächlich nur in Industrieländern auftreten – all das wird unter Wissenschaftlern kontrovers diskutiert. Einigkeit besteht aber weitgehend darin, dass der moderne Lebensstil selbst negativen Einfluss haben kann. Zu den typischen Risikofaktoren zählen Stress, ungesunde Ernährung, Lärm, Umweltgifte, Alkohol, Zigaretten, Zucker, Bewegungsmangel, aber auch enormer Leistungsdruck oder (mediale) Reizüberflutung.

Mittlerweile sind Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes oder chronische Atemwegserkrankungen auch weltweit auf dem Vormarsch. Allein in Europa gehen laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 86 Prozent aller Todesfälle und 77 Prozent der Krankenlast auf nicht übertragbare Erkrankungen zurück. Mit einem ambitionierten Aktionsplan will die WHO Risikofaktoren bekämpfen und darauf hinarbeiten, dass Präventionsmaßnahmen in den nationalen Gesundheitssystemen stärker verankert werden.

Aktionsplan der WHO zur Bekämpfung und Prävention von Volkskrankheiten

1. 25 Prozent weniger Todesfälle durch nicht übertragbare Krankheiten (Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen)
2. Mindestens 10 Prozent weniger übermäßiger Alkoholkonsum
3. 10 Prozent Reduzierung von schädlichem Bewegungsmangel
4. 30 Prozent weniger Rauchen bei Menschen über 15 Jahren
5. 30 Prozent weniger Salzaufnahme
6. 25 Prozent Reduzierung zu hoher Blutdruckwerte
7. Anstieg der Diabetes-Erkrankungen stoppen
8. Zugang für mindestens 50 Prozent der Menschen zu präventiven Therapien gegen Herzinfarkt und Schlaganfall
9. 80 Prozent Verfügbarkeit von Medikamenten und Technologien für Patienten mit chronischen Krankheiten

Quelle: Weltgesundheitsorganisation (WHO) (https://www.in-form.de/wissen/meldungen/profiportal/who-bericht-zu-zivilisationskrankheiten/)

Gesunder Lebensstil schränkt Risikofaktoren ein

Einige Zivilisationskrankheiten zählen mittlerweile zu den Volkskrankheiten, aber nicht alle Volkskrankheiten lassen sich auf einen ungesunden Lebensstil zurückführen. Manche Erkrankungen geraten erst jetzt ins Bewusstsein, weil sie nicht mehr stigmatisiert oder tabuisiert werden, vor allem eine Vielzahl psychischer Leiden. Andere, zum Beispiel Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, nehmen zu, weil die Bevölkerung altert und ältere Menschen häufiger daran erkranken. Und einige Krankheiten, etwa der „Handy-Daumen“, sind (und bleiben) Modeerscheinungen.

Dennoch gehen Zivilisations- und Volkskrankheiten häufig Hand in Hand. Damit entscheidet auch ein gesunder Lebensstil darüber, wie groß das Risiko einer Erkrankung ist – und wie schwerwiegend sich bestimmte Symptome wie Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte auswirken. Gut belegt ist: Ein gesunder und aktiver Lebensstil hilft dabei, solche Krankheiten besser in den Griff zu bekommen oder ihnen vorzubeugen. Wie dies gelingen kann, erfahren Sie in den folgenden Kapiteln, in denen wir uns einigen der am weitesten verbreiteten Volks- bzw. Zivilisationskrankheiten widmen.

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Bluthochdruck

60- bis 80-mal pro Minute schlägt das Herz und pumpt das Blut durch unseren Organismus. Ein kompliziertes und weit verzweigtes Gefäßnetz sorgt dafür, dass die Organe mit lebensnotwendigen Stoffen versorgt werden und dass schädliches Material abtransportiert wird. Bei körperlicher Anstrengung, bei akuter Gefahr oder Stress müssen die Zellen auf Hochtouren arbeiten. Um eine optimale Versorgung in diesen kurzen Belastungssituationen sicherzustellen, erhöht der Körper den Puls und den Blutdruck. Lässt die Anspannung nach, sinken beide Werte wieder.

Kurzzeitig erhöhter Blutdruck ist normal und lebensrettend. Doch Menschen, bei denen die Werte dauerhaft zu hoch sind, leiden an chronischem Bluthochdruck (Hypertonie). Bei jedem zehnten Betroffenen lässt sich die Krankheit auf eine andere Erkrankung zurückführen, etwa einen Nierenschaden oder eine angeborene Missbildung der Hauptschlagader. Viel häufiger ist indes die „arterielle Hypertonie“, die sich auf den modernen Lebensstil zurückführen lässt, insbesondere auf Übergewicht, Rauchen, Alkohol, mangelnde Bewegung und zu viel Kochsalz im Essen.

Info

In Deutschland sind etwa 20 bis 30 Millionen Menschen von Bluthochdruck betroffen. Mit dem Alter steigt auch das Risiko für eine Erkrankung. Drei von vier Menschen, die zwischen 70 und 79 Jahre alt sind, haben mittlerweile einen zu hohen Blutdruck.

Ab wann besteht Bluthochdruck?

Beim Blutdruck werden zwei Werte gemessen: Der systolische Wert gibt an, wie stark das Blut aus dem Herz herausgepresst wird. Der diastolische Wert hingegen beschreibt, mit welcher Kraft das Blut in das Herz hineinströmt. Die Einheit „mmHG“ steht für „Millimeter Quecksäule“ und stammt aus der Zeit, als der Blutdruck noch mittels einer senkrecht stehenden Quecksilbersäule gemessen wurde.

Bewertung
systolisch (mmHg)diastolisch (mmHg)

optimaler Blutdruck

< 120

<80

normaler Blutdruck

120 - 129

80 - 84

hoch normaler Blutdruck

130 - 139

85 - 89

milde Hypertonie (Stufe 1)

140 - 159

90 - 99

mittlere Hypertonie (Stufe 2)

160 - 179

100 - 109

schwere Hypertonie (Stufe 3)

> 180

> 110

Symptome

Bei Bluthochdruck spricht man auch von einer „stillen“ Krankheit. Denn anfangs machen sich noch nicht die typischen Symptome wie morgendliche Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Schlaflosigkeit oder Nasenbluten bemerkbar. Das ist fatal, denn bereits jetzt treten im Körper Schäden auf, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können, etwa eine koronare Herzerkrankung oder eine Herzschwäche. Diese können dann im schlimmsten Fall tödliche Folgen haben, zum Beispiel einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch Nierenversagen droht.

Chronischer Bluthochdruck kann bereits bestehen, obwohl man selbst noch keine Anzeichen spürt. Daher ist die beste Methode zur Prävention von Folgeschäden: regelmäßig den Blutdruck messen, entweder selbst oder im Rahmen eines Check-ups beim Arzt. Vor allem Menschen zwischen 40 und 50 Jahren sollten ihre Vorsorgeuntersuchungen ernst nehmen. Denn viele neigen dazu, bestimmte Anzeichen wie Konzentrationsschwäche oder Abgeschlagenheit den hormonellen und körperlichen Veränderungen in dieser Zeit zuzusprechen – es könnte sich aber auch um Hypertonie handeln!

Info

Anzeichen für Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

  • Morgendliche Kopfschmerzen, die tagsüber verschwinden
  • Schwindel, Übelkeit
  • Unruhe, Schlaflosigkeit
  • Angst- und Panikgefühle („enge Brust“)
  • Atemnot
  • Nasenbluten
  • Abgeschlagenheit

Diabetes mellitus

Wie das Auto Benzin (oder Strom) braucht, um von der Stelle zu kommen, so benötigt auch der Körper regelmäßig seinen „Treibstoff“. Und zwar rund um die Uhr. Denn unsere Zellen arbeiten nur dann ordnungsgemäß, wenn sie ständig Energie zugeführt bekommen. So werden zum Beispiel Atmung, Herzschlag oder Verdauung am Laufen gehalten. Einer der wichtigsten Energielieferanten des Körpers ist Zucker, genauer gesagt Traubenzucker oder Glukose. Diesen nimmt der Körper entweder direkt auf oder er wandelt Nährstoffe um, die beispielsweise in Brot, Nudeln oder Kartoffeln stecken. Im Tagesverlauf schwankt der Glukosespiegel. Nach dem Essen steigt er, durch körperliche Bewegung sinkt er. Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass die Glukose in die Zelle gelangt. Das ist wichtig. Denn staut sich der Zucker in den Blutgefäßen, werden dadurch Gefäße, Nerven und Organe geschädigt. Kann der Körper aufgrund einer Autoimmunerkrankung das Insulin nicht produzieren, spricht man von Typ-1-Diabetes. Ein ungesunder Lebensstil kann dagegen dazu führen, dass die Zellen allmählich nicht mehr auf das Insulin ansprechen. Dann spricht man von Typ-2-Diabetes.

Info

In Deutschland leiden rund 7,5 Millionen Menschen an Diabetes. Damit liegt die Bundesrepublik innerhalb Europas an zweiter Stelle und weltweit auf Platz neun. 95 Prozent der Betroffenen sind an Typ-2-Diabetes erkrankt, der mit Übergewicht und Bewegungsmangel in Verbindung gebracht wird.

Ab wann besteht Diabetes Typ 2?

Um festzustellen, ob jemand an Diabetes leidet, nimmt der Arzt eine Blutprobe und lässt diese im Labor untersuchen. Bei gesunden Menschen liegt der Zuckerwert morgens in nüchternem Zustand unter 6,1 Millimol pro Liter Blut. Das sind weniger als 110 Milligramm pro 0,1 Liter (Deziliter) Blut. Beim Zuckerbelastungstest („oraler Glukosetoleranztest“, oGTT) trinkt man eine zuckerhaltige Wasserlösung, um den Abbaumechanismus zu überprüfen. Nach zwei Stunden sollten nicht mehr als 140 Milligramm Glukose pro Deziliter Blut nachweisbar sein.

Einstufung
Nüchternblutzucker (venös)Blutzucker im oGTT nach 2 Stunden (venös)

Normal

< 110 mg/dl
< 6,1 mmol/l

< 140 mg/dl
< 7,8 mmol/l

Abnorme Nüchternglukose (IFG)

≥ 110 - < 126 mg/dl
≥ 6,1 - < 7,0 mmol/l

≥ 140 mg/dl
≥ 7,8 mmol/l

Gestörte Nüchternglukose (IGT)

≥ 126 mg/dl
≥ 7,0 mmol/l

≥ 140 - < 200 mg/dl
≥ 7,8 - < 11,1 mmol/l

Diabetes mellitus

≥ 126 mg/dl
≥ 7,0 mmol/l

≥ 200 mg/dl
≥ 11,1 mmol/l

Info

„Diabetes mellitus“ bedeutet aus dem Altgriechischen übersetzt „honigsüßer Durchfluss“. Der medizinische Name erinnert an die Methode, mit deren Hilfe die Zuckerkrankheit in der Antike diagnostiziert wurde. Der Arzt musste vom Urin des Patienten kosten, um festzustellen, ob die Blutzuckerkonzentration zu hoch ist.

Symptome des Typ-2-Diabetes

Der Typ-2-Diabetes macht sich nicht sofort durch körperliche Beschwerden bemerkbar. Symptome wie starker Durst oder häufiges Urinieren, vor allem nachts, können auf Diabetes hinweisen. Der Körper versucht auf diese Weise, die hohe Blutzuckerkonzentration auszugleichen. Da das Abwehrsystem geschwächt ist, leiden Diabetiker oftmals unter Infektionen, etwa Erkältungen oder Fußpilz. Ein Gefühl von Schlaffheit oder Schwäche geht ebenfalls häufig mit Diabetes einher. Die Anzeichen sind aber unspezifisch und können auch andere Ursachen haben. Wird Diabetes mellitus nicht erkannt und behandelt, kann die Erkrankung zu einer ganzen Reihe von Folgeschäden führen: Die hohen Zuckerwerte fördern beispielsweise die Verkalkung von Arterien, was einen Herzinfarkt auslösen kann. Diabetiker haben zudem ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall oder schwere Sehstörungen, zum Beispiel durch eine Schädigung der Netzhaut. Nervenschäden an den Füßen können zu Infektionen, Geschwüren und im schlimmsten Fall zum „diabetischen Fußsyndrom“ führen, das in schweren Fällen eine Amputation notwendig macht.

Info

Anzeichen für Diabetes mellitus Typ 2

  • Erschöpfungs- oder Mattigkeitsgefühl
  • Neigung zu Infektionskrankheiten (Erkältungen, Fußpilz, Blasenentzündung …)
  • Schlecht heilende Wunden
  • Trockene Haut
  • Starker Durst
  • Häufiges Wasserlassen

Erhöhte Blutfettwerte

Zu den wichtigsten Blutfetten (Lipide) zählen Cholesterin und Triglyceride. Cholesterin befindet sich in der Zellmembran, es stabilisiert die Zelle. Es dient aber auch als Ausgangsstoff für die Herstellung lebensnotwendiger Stoffe: etwa von Vitamin D (wichtig für den Aufbau von Knochen), Gallensäuren (beteiligt an der Verdauung von Fetten) oder Kortisol (steuert Stoffwechselprozesse im Gehirn). Bei Triglyceriden handelt es sich um Energielieferanten, die der Körper aus fetthaltigen Lebensmitteln gewinnt. Er kann die Lipide auch selbst herstellen und im Fettgewebe speichern.

Blutfette kommen immer vor. Die Ernährung hat einen wichtigen Einfluss darauf, wie hoch der jeweilige Pegel ist. Allerdings hängt beispielsweise der Cholesterinspiegel weitaus stärker von der körpereigenen Produktion und Wiederaufnahme (Resorption) ab. Die Zufuhr durch Essen und die eigene Herstellung unterliegen einem Regelmechanismus. Wenn wir mehr Cholesterin zu uns nehmen, stellt der Körper selbst weniger her. Bei zu wenig zugeführtem Cholesterin kurbelt der Körper die Produktion an. Bei einer Fettstoffwechselstörung gerät dieser Prozess aus dem Gleichgewicht.

Laut der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1, 2008–2011) ist bei mehr als der Hälfte der Deutschen der Cholesterinspiegel im Blut zu hoch. Bei 60,5 Prozent der Frauen und 56,6 Prozent der Männer im Alter von 18 bis 79 Jahren lag er über dem empfohlenen Grenzwert. Stark erhöhte Werte fanden sich bei 20,3 Prozent der Frauen und 17,9 Prozent der Männer.

Info

Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin. Man unterscheidet die Formen HDL und LDL, benannt nach dem Transport-Molekül, an das das Cholesterin jeweils andockt. LDL transportiert das Cholesterin aus der Leber in den Körper, HDL bringt es aus den Organen wieder dorthin zurück.

  • LDL-Cholesterin gilt als „schlechtes“ Cholesterin. Denn LDL („Low Density Lipoprotein“) kann sich in die Innenwände der Blutgefäße einlagern und „Plaques“ bilden. Diese fördern die Ablagerung von Cholesterin in der Gefäßwand, die sich zunehmend verengt. Zugleich enthalten die „Plaques“ Entzündungszellen, die die Gefäßwand schwächen. Um ein Einreißen zu verhindern, bildet der Körper Gerinnsel.
  • HDL-Cholesterin gilt als „gutes“ Cholesterin. HDL („High Density Lipoprotein“) verhindert die Ablagerungen von Cholesterin an den Gefäßwänden und kann auch bereits eingelagertes Cholesterin wieder entfernen.

Ein hoher HDL-Wert kann aber nur in geringem Umfang einen hohen LDL-Wert ausgleichen. Daher zielen präventive Maßnahmen in der Regel darauf ab, den Wert von LDL-Cholesterin zu senken und das Verhältnis von LDL- und HDL-Cholesterin auszugleichen.

Ab wann gelten Blutfettwerte als erhöht?

Für die Diagnose werden vier Blutfettwerte gemessen: LDL- und HDL-Cholesterin, Gesamt-Cholesterin und Triglyceride. Die Normalwerte für gesunde Menschen sind in der Tabelle zu finden. Für Raucher und für Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder einer Gefäßerkrankung (Herzinfarkt) gelten generell etwas niedrigere Obergrenzen. Da das HDL-Cholesterin gefäßaufbauend wirkt und damit eine gefäßschützende Funktion hat, sollte der HDL-Wert möglichst hoch sein. Das abbauende LDL-Cholesterin sollte möglichst niedrige Werte aufweisen.

Blutfett (Lipide)
Empfohlene Normalwerte

Gesamt-Cholesterin

< 200 mg/dl
< 5,2 mmol/l

LDL-Cholesterin

< 160 mg/dl
< 4,1 mmol/l

HDL-Cholesterin

< 40 mg/dl
< 1,0 mmol/l

Triglyzeride

< 150 mg/dl
< 1,7 mmol/l

Symptome

Wie bei anderen Volkskrankheiten machen sich erhöhte Blutfettwerte im Alltag zunächst nicht bemerkbar. Auch wenn keine besonderen Symptome auf eine Erkrankung hinweisen, führen sie dennoch zu Schäden in den Blutgefäßen, die später kaum noch rückgängig gemacht werden können. Daher muss die auslösende Ursache gefunden werden: Manchmal ist eine genetische Veranlagung oder eine Erkrankung von Leber, Niere, Schilddrüse oder Bauchspeicheldrüse für zu hohe Werte verantwortlich, häufig spielt aber die individuelle Lebensweise die entscheidende Rolle.

Ein zu hoher Cholesterinspiegel kann unter Umständen zu einer Verkalkung von Arterien führen (Arteriosklerose). Vor allem dann, wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen: Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, übermäßiger Alkoholgenuss, wenig Bewegung. Herz, Gehirn und Beine werden nicht mehr richtig durchblutet, es bilden sich Gerinnsel in den Gefäßen. Es droht eine koronare Herzerkrankung, im schlimmsten Fall ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Hohe Triglyceridwerte können zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen.

Info

Anzeichen von erhöhten Blutfettwerten

  • Keine besonderen Symptome, daher ist die Ermittlung der Ursache wichtig.
  • Bestimmte Erkrankungen von Leber, Niere, Schilddrüse oder Bauchspeicheldrüse können eine Fettstoffwechselstörung hervorrufen, die Blutfettwerte steigen lassen.
  • Zu hohe Blutfettwerte (vor allem hohe Werte für LDL-Cholesterin) treten oft in Kombination mit ungesunder Lebensweise auf (Rauchen, fettreiche Ernährung, wenig Bewegung, hoher Alkoholkonsum …).

Chronische Bronchitis

Die Bronchien liegen unterhalb der Luftröhre und verbinden den Nasen-Rachen-Raum mit den beiden Lungenflügeln. Zum einen leiten die unteren Atemwege die ein- und ausströmende Luft an die richtige Stelle weiter. Zum anderen reinigen sie die Atemluft von Schmutzpartikeln, befeuchten sie und erwärmen sie auf Körpertemperatur. Zudem wehren die Bronchien eindringende Bakterien und Viren ab. Die Bronchialschleimhaut bindet Staubkörner und abgestorbene Zellen, größere Mengen an Schleim werden mit einem kräftigen Husten ausgeworfen.

Info

In Deutschland leiden etwa 10 bis 15 Prozent der erwachsenen Männer und Frauen an einer einfachen chronischen Bronchitis. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Von der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind laut Schätzungen der Krankenkassen rund 2,9 Millionen Deutsche betroffen.

Ab wann besteht eine chronische Bronchitis?

Bei einer akuten Bronchitis ist die Schleimhaut aufgrund einer Infektion entzündet. Der Erkrankung geht meist eine grippeähnliche Erkältung mit Fieber voraus, in der Mehrzahl der Fälle von Viren hervorgerufen, seltener von Bakterien. Bei einer viralen Infektion ist der Auswurf typischerweise durchsichtig bis weiß. Haben Bakterien die Bronchitis hervorgerufen, ist der Schleim gelblich bis grünlich. Eine akute Bronchitis dauert in der Regel zwei bis drei Wochen an, bei Komplikationen können aber auch sechs bis acht Wochen bis zur vollständigen Genesung vergehen.

Leidet man unter einem andauernden Husten, spricht man von einer chronischen Bronchitis. Bei der einfachen Form besteht die Entzündung innerhalb von zwei Jahren für jeweils mindestens drei Monate. Verengen sich darüber hinaus die Atemwege, hat sich eine chronisch-obstruktive Bronchitis entwickelt. Diese Form wird umgangssprachlich auch „Raucherhusten“ genannt. Noch gefährlicher ist die Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD). Bei dieser tritt zusätzlich ein Lungenemphysem auf, das die Lunge aufbläht und dabei die Lungenbläschen zerstört.

Achtung

Der mit Abstand größte Risikofaktor für eine chronische Bronchitis ist das Rauchen. Jeder zweite Raucher, der älter als 40 Jahre ist, leidet unter der Erkrankung. 90 Prozent aller Betroffenen sind oder waren Raucher.

Symptome einer chronischen Bronchitis

Wie so oft bei Volkskrankheiten entwickelt sich eine chronische Bronchitis schleichend. Zu den typischen Merkmalen gehört das Abhusten von zähem Schleim, was vor allem morgens auftritt. Oft nehmen Betroffene den Husten nicht ernst, weil sie ihn für die Folge einer andauernden oder „verschleppten“ Erkältung halten. Eine chronische Bronchitis kann sich fließend zu einer COPD entwickeln. Erkennbar ist dies unter anderem daran, dass man nach körperlicher Anstrengung unter Atemnot leidet oder sich die Brust eng anfühlt. Allerdings können diese Symptome auch auf eine Angina Pectoris hinweisen.

Info

Anzeichen einer chronischen Bronchitis

  • Morgendlicher Husten mit Auswurf
  • Kein Krankheitsgefühl
  • Geräusche beim Ausatmen
  • Atemnot unter Belastung (bei Verengung der Bronchien)
  • Geringere Leistungsfähigkeit (bei Verengung der Bronchien)
Wie schätzen Risikolebensversi­cherer bei der Gesundheitsprüfung die "Volkskrankheiten" ein?
Risikozuschlag
Rückstellung / Ablehnung
  • Diabetes mellitus
  • Leberzirrhose
  • Chronische Bronchitis
  • Zystennieren
  • Deutlich erhöhte Blut­fettwerte
  • Krebserkrankungen mit kürzlich abgeschlossener Therapie
  • Deutlich erhöhter Blutdruck
  • Schlaganfall mit Folgen
  • Herzinfarkt vor weniger als einem Jahr

Weitere Informationen zu den Gesundheitsfragen finden Sie im Ratgeber Risikolebensversicherung und Gesundheitsfragen.


Volkskrankheiten vorbeugen

Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, ein hoher (LDL-)Cholesterinwert – auch wenn sich die Erkrankungen im Einzelfall auf eine genetische Disposition oder eine andere spezifische Ursache zurückführen lassen, entwickeln sie sich in der überwiegenden Mehrheit der Fälle doch typischerweise aufgrund eines ungesunden Lebenswandels. Doch dieser ist alles andere als ein Schicksal: Wer die größten Risikofaktoren der „neuen“ Volkskrankheiten ausschaltet, kann Beschwerden deutlich lindern oder eine Erkrankung sogar ganz vermeiden.

Mit dem Rauchen aufhören

Rund 18 Millionen Deutsche greifen zu Zigaretten und anderen Tabakprodukten, fünf von sechs Rauchern tun dies sogar täglich. Rauchen erhöht nicht nur das Risiko, an Krebs zu erkranken, sondern es ist auch einer der folgenschwersten (Mit)Verursacher vieler Zivilisationskrankheiten: Bluthochdruck, ein hoher Cholesterinspiegel, ganz zu schweigen vom „Raucherhusten“. Um diesen Leiden, aber auch einem Schlaganfall, einem Herzinfarkt oder Lungenkrebs vorzubeugen, muss es daher konsequent heißen: Finger weg vom Glimmstängel!

Bereits eine Woche nach dem Rauchstopp sinkt der Blutdruck erkennbar, in den weiteren Monaten gleicht sich das Risiko für Herzerkrankungen dem von Nichtrauchern an. Nach einem Jahr beträgt zum Beispiel das Risiko für eine koronare Herzerkrankung nur noch die Hälfte des Wertes, den ein Raucher hat. Auch die Lunge wird wieder robuster und man ist weniger anfällig für Erkältungen und andere Infektionskrankheiten. Über die nächsten Jahre verringert sich auch das Krebsrisiko Schritt für Schritt.

Die WHO schätzt, dass rund um den Globus pro Jahr etwa 7 Millionen Raucher an den Folgen ihres Tabakkonsums sterben. Eine weitere Million Todesfälle lässt sich auf Passivrauchen zurückführen. Für Deutschland werden etwa 110.000 Todesfälle geschätzt. Damit ist Rauchen eine der weltweit häufigsten – und gleichzeitig eine der am leichtesten vermeidbaren – Todesursachen.

Gesünder essen

Eine falsche Ernährung ist der Hauptgrund für viele moderne Volkskrankheiten. Essen Sie bewusster und gesünder, um gezielt den Risikofaktoren für Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte oder Diabetes entgegenzuwirken. Die wichtigste Regel lautet dabei: Informieren Sie sich über die Inhaltsstoffe! Fertiggerichte, Konserven und Softdrinks enthalten häufig hohe Mengen an Salz und Zucker, die aber versteckt sind. Wenn möglich, kochen Sie selbst – und würzen Sie lieber mit frischen Kräutern als mit einer fertigen Würzmischung. So haben Sie die Salz- und Zuckerzufuhr besser im Blick.

Darüber hinaus gibt es unzählige Tipps, wie man sich gesünder ernähren kann. Essen Sie mehr Obst und vor allem mehr Gemüse, beides wirkt sich durch den hohen Kaliumanteil blutdrucksenkend aus. Diabetiker müssen allerdings bei Obst wählerisch sein, denn Früchte wie Bananen oder Weintrauben treiben den Blutzuckerspiegel in die Höhe. Auch Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte wie Joghurt haben in der Regel einen positiven Einfluss. Mit viel Fisch und dem Verzicht auf tierische Fette lässt sich auch einem hohen Cholesterinspiegel entgegenwirken.

Die mediterrane Küche gilt nicht ohne Grund als eine der gesündesten der Welt. Sie senkt den LDL-Cholesterinspiegel, schützt vor Herzerkrankungen und liefert mehrfach ungesättigte Fettsäuren, von denen auch Diabetiker profitieren. Gekocht wird mit pflanzlichen Ölen, täglich gibt es frisches Obst und Gemüse. Fleisch gibt es auch, aber hauptsächlich steht Fisch auf dem Speiseplan, frische Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Oregano sorgen für den Aromakick.

In Studien wurde beobachtet, dass Alkohol in geringen Mengen das Risiko für Herzerkrankungen senken kann. Doch die Auswirkungen sind komplex, positive und negative Folgen gleichen sich nicht(!) aus. Bei Diabetikern etwa können Bier und Wein zu einer gefährlichen Unterzuckerung führen. Schon geringe Alkoholmengen erhöhen dagegen den Blutdruck und stören den Fettstoffwechsel. Je weniger Alkohol Sie zu sich nehmen, desto besser! Zugleich reduzieren Sie weitere Gefahren eines übermäßigen Alkoholkonsums, etwa eine Fettleber oder eine Suchterkrankung.

Abnehmen als langfristiges Ziel

Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren für Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Typ-2-Diabetes. Abnehmen lohnt sich: Pro abgespecktem Kilogramm Körpergewicht sinkt zum Beispiel der Blutdruck im Durchschnitt um 1,5 mmHG. Wer es schafft, 10 Kilogramm abzuspecken, genießt nicht nur mehr Beweglichkeit und Lebensfreude, sondern senkt auch seinen Blutdruck um rund 15 mmHG. Auch bei Diabetes und einem hohen Cholesterinspiegel hilft der Abbau von Übergewicht, die Blutzucker- und Blutfettwerte wieder in den Griff zu bekommen.

Stark übergewichtige Menschen sollten sich zu Beginn einer Diät nicht zu viel vornehmen: 1 Kilogramm weniger pro Monat ist ein realistisches Ziel. Die meisten sogenannten „Blitzdiäten“ bringen dagegen wenig bis gar nichts. Zum einen, weil viele Menschen den damit verbundenen radikalen Verzicht auf bestimmte Lebensmittel nicht durchhalten. Zum anderen fallen sie häufig nach ein paar Wochen oder Monaten in alte Verhaltens- und Essmuster zurück – die verlorenen Pfunde kehren wieder oder werden sogar mehr (Jo-Jo-Effekt).

Mehr bewegen

„Sitzen ist das neue Rauchen“ – dieser Slogan machte vor einigen Jahren die Runde. Gemeint ist damit nicht das entspannte Sitzen nach einer anstrengenden Tätigkeit, sondern unser Dauersitzen von morgens bis abends: auf dem Bürostuhl, im Auto, vor dem Fernseher. Da unser Körper biologisch auf Bewegung „programmiert“ ist, wirkt sich der Mangel negativ auf alle möglichen Prozesse aus: Zucker- und Fettstoffwechsel funktionieren nicht richtig, das Blut fließt träger, Fettzellen werden auf- und Muskelzellen abgebaut. Auch Entzündungen können zunehmen.

Auch das Risiko, an einer Zivilisationskrankheit zu erkranken, wird durch Sitzen größer. So haben „Couch-Potatoes“ ein 90 Prozent höheres Diabetes-Risiko als Menschen, die sich regelmäßig bewegen. Stundenlanges Sitzen treibt den Blutdruck und den Cholesterinspiegel in die Höhe, fördert eine Verkalkung der Blutgefäße und begünstigt die Entstehung von Thrombosen und Ödemen in den Beinen. Da Gelenke und die Wirbelsäule weniger belastet sind und schlechter durch das Blut mit Nährstoffen versorgt werden, häufen sich bei Vielsitzern Rückenprobleme und Gelenkschäden.

Achtung

Sitzen macht nicht nur dick, sondern auch hungrig. Obwohl das Sitzen kaum Energie verbraucht, bleibt trotzdem der Appetit bestehen. Dadurch nehmen wir viel mehr Nahrung zu uns als eigentlich benötigt. Der Grund für dieses Phänomen ist noch nicht geklärt, die Folge ist aber offensichtlich: Übergewicht.

Denken Sie daran: Bewegung ist eine Investition in die eigene Gesundheit. Wie viel Bewegung wir am Tag brauchen, richtet sich nach dem Alter: Kinder und Jugendliche sollten sich mindestens eine Stunde am Tag mit mittlerer Intensität bewegen, Erwachsene mindestens zwei bis drei Stunden pro Woche. Auch für Senioren ist es wichtig, dass sie sich regelmäßig bewegen, um lange fit zu bleiben. Eine Möglichkeit besteht darin, sich gezielt sportlich zu betätigen (joggen, schwimmen, Badminton …). Auch der Alltag bietet zahlreiche Möglichkeiten für ein gesundes Maß an Bewegung.

10 Tipps für mehr Bewegung im Alltag

  • Kurze Wege zu Fuß gehen (Einkauf, Kindergarten …)
  • Eine Station früher Bus oder U-Bahn verlassen und den Rest der Strecke zu Fuß gehen
  • Treppe benutzen statt den Fahrstuhl zu nehmen
  • Mit den Kindern aktiv spielen (Garten, Spielplatz …)
  • Garten- und Hausarbeit als Chance für mehr Bewegung nutzen
  • Häufiger im Stehen arbeiten
  • Im Stehen telefonieren
  • Öfter einmal Pause machen und „sich die Füße vertreten“
  • Sich mit Freunden und Bekannten zum Spaziergang verabreden
  • Beim Fernsehen eine Runde auf dem Hometrainer drehen

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